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Angeblich der erste 3D-Porno im Kino: "Sex and Zen: Extreme Ecstasy" aus Hongkong (Foto: Chili Advertising & Promotions)
Faszinierende Aliens, spektakuläre Raumgleiterschlachten, fantastische SciFi-Pflanzen - "Avatar - Aufbruch nach Pandora" lieferte dank James Camerons neuer 3D-Technik überwältigende Kinobilder. Klar, dass auch die Macher von Erotik-Filmen bald versuchen würden, die Schauwerte ihres Genres in die dritte Dimension zu heben.
Nun hat das Pionierwerk "Sex and Zen: Extreme Ecstasy" aus Hongkong tatsächlich die Bestmarke von "Avatar" für das Einspielergebnis am Starttag übertroffen: 2,78 Millionen Hongkong-Dollar spülte der Erotik-Knaller in die Kassen, im Vergleich zu 2,5 Millionen von "Avatar".
Woran es liegt, erklärte eine Besucherin: "Ich wollte einfach mal sehen, wie 3D-Porno auf der großen Leinwand aussieht. Dabei gehe ich ansonsten gar nicht oft ins Kino. Das hier sollte man sich aber nicht entgehen lassen!"
Von daher wird "Sex and Zen" keinesfalls auch den "Avatar"-Rekord des Gesamteinspiels von geschätzt 2,8 Milliarden Dollar übertreffen: Das Interesse dürfte bald abflauen, sobald die einmalige Neugier befriedigt ist. Außerdem ist der Film natürlich nur für Erwachsene freigegeben. Über einen Kinostart in Japan und Südkorea wird dennoch schon verhandelt, auch in Europa und den USA haben sich Filmverleiher interessiert gezeigt.
"Extreme Ecstasy", die Fortsetzung des Genre-Erfolgs "Sex and Zen" von 1991, ist aber auch kein völlig hirnloses Rammelfilmchen, sondern bietet mehr Handlung als sonst üblich - er lädt das heiße Treiben sogar philosophisch-metaphysisch auf:
Im Mittelpunkt des Films steht ein eitler Gelehrter der Ming-Dynastie. Er ist der Ansicht, das kurze Leben sollte im Hier und Jetzt so genussvoll wie möglich gestaltet werden - insbesondere, was die fleischliche Lust angeht. Er verliebt sich in die Tochter eines taoistischen Mönches, für die gemäß des Glaubens ihres Vaters aber Eleganz und Würde wichtiger sind als bedingungslose Leidenschaft. Fortan ist der Gelehrte zwischen echter Zuneigung und sexueller Frustration hin- und hergerissen.
Experten erwarten indes, dass 3D in der Erotik-Branche erst dann zu einer wahren Goldgrube wird, sobald die entsprechende Heimelektronik günstiger zu haben ist. Naturgemäß werden lustvolle Filme deutlich häufiger in den eigenen vier Wänden genossen, denn in öffentlichen Kinos.
Boris Sunjic, 18.04.2011, 12:55