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Es kracht zwischen Josh Brolin und Naomi Watts in "Ich sehe den Mann deiner Träume" (Foto: Concorde)
In Ihrem turbulenten Beziehungsreigen greifen Menschen zum (Aber-)Glauben und zu Magie. Woran glauben Sie?
WOODY ALLEN: Ans Überleben, solange wie möglich, auf keinen Fall an Wahrsagerei, Seelenwanderung oder sonstigen Hokuspokus.
Und was heißt für Sie Magie?
Das Filmemachen. Als Junge bin ich vor der Schule und sonstigen Problemen ins Kino geflüchtet. Heute flüchte ich mich hinter die Kamera und treffe davor die tollsten Frauen.
Wie Carla Bruni demnächst in "Midnight in Paris"?
Ich glaube, Sie war ziemlich überrascht, als sie die Rolle angeboten bekam. Carla Bruni ist charmant und abenteuerlustig und nicht wie die üblichen Frauen von US-Politikern, Michelle Obama ist da eine tolle Ausnahme. Aber ich werde Carla behandeln wie alle anderen hübschen Schauspielerinnen.
Und wie behandeln Sie die?
Gut. Aber die machen ihren Job und ich den meinen. Ich will nichts erklären und nicht lange herumreden. Als Naomi Watts den ersten Tag am Set von "Ich sehe den Mann Deiner Träume" erschien, tauschten wir ein paar Nettigkeiten aus, und dann legte sie die tollste Szene hin. So muss es sein.
Sie haben zuletzt in ganz Europa gedreht. Bestimmt die Handlung oder wer den Film finanziert den Drehort?
Normalerweise habe ich die Idee und gehe dann in die entsprechende Location. Nur bei "Vicky Cristina Barcelona" war es anders. Die Spanier wünschten, dass ich in Barcelona einen Film machen sollte, und gaben das Geld. Also ließ ich mir eine Story für diese wunderbare Stadt einfallen. Ansonsten schreibe ich erst das Drehbuch. So hatte ich für Paris schon vor einigen Jahren eine feste Vorstellung.
Geht Ihnen das Drehbuchschreiben inzwischen leichter von der Hand?
Die Anfangsphase ist immer schwierig. Am Anfang denkt man, dieses Mal wird es ein "Citizen Kane", und dann landet man doch wieder bei der kleinen netten Komödie. Ich würde so gern immer etwas Neues schaffen, am Ende bin ich schon zufrieden, wenn es Unterschiede gibt. Ich bin kein Perfektionist.
Es fällt Ihnen schwer, noch etwas Neues zu erzählen?
Viele Themen kommen abgewandelt daher. Männer und Frauen sind doch das Einzige, was uns wirklich beschäftigt. Über die Jahrzehnte können sich Szenen schon mal wiederholen. Wenn allerdings mein Cutter sagen würde, den blöden Witz hast du schon vor zwölf Jahren gebracht, muss ich mir überlegen, ob ich nicht besser aufhöre.
Haben Sie in Betracht gezogen, Sequels von Ihren Filmen zu machen?
Ich wurde schon oft gefragt, warum ich nicht einen zweiten Teil drehe, so etwas wie "Der Stadtneurotiker 2" oder "Manhattan 2", diese Filme waren im Gegensatz zu meinen heutigen richtig erfolgreich. Aber ich blicke nicht zurück, kann mich nicht genau an die Filme erinnern. Was vorbei ist, ist vorbei.
Möchten Sie sich nicht manchmal zur Ruhe setzten?
Warum sollte ich zu Hause versauern? Die Arbeit macht mir Spaß, und ich umgebe mich gern mit den gleichen Leuten, da genieße ich eine positive Routine, die einiges erleichtert. Ohne Beschäftigung würde ich mir wahrscheinlich nur über den Sinn des Lebens den Kopf zerbrechen und mich nur noch mit der Angst vor dem Altern beschäftigen. Man verschrumpelt und verliert seine Fähigkeiten, die Knochen verweigern den Dienst. Am Ende bleibt dann nur noch der große dunkle Fremde, der Sensenmann.