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Starbesetzt: Tom Hanks und Julia Roberts spielen die Hauptrollen in "Der Krieg des Charlie Wilson" (Foto: Universal)
» Sie sind 1939 in Berlin geboren, leben aber seit Ihrem siebten Lebensjahr in den USA. Wie finden Sie das Berlin von heute?
MIKE NICHOLS: Ich habe nicht mehr viel Erinnerungen an früher und weiß nur noch, wie es war, als ich mit meiner Familie geflohen bin. Woher ich stamme, fällt mir nur auf, wenn ich mir deutsche Filme wie "Das Leben der Anderen" ansehe, der mich tief beeindruckt hat. Ich halte sehr viel von deutschen Schauspielern und genieße es, wenn sie in ihrer eigenen Sprache sprechen.
» In "Der Krieg des Charlie Wilson" beschäftigen Sie sich mit einem dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte. Sind Sie damit nicht auf viel Widerstand gestoßen?
Amerikanische Filmstudios interessieren sich doch nicht für politische Inhalte, sondern für Marktanteile. Welchen Anspruch ich mit "Der Krieg des Charlie Wilson" verfolge, spielt also keine Rolle.
» Hatten Sie andere Schwierigkeiten?
Oh ja! Es war ein verdammt schwieriger Job, die damaligen Geschehnisse zu einer Handlung zusammenzufügen. Schließlich basiert alles auf Tatsachen, die für sich allein noch keinen Film ergeben. Also musste man Szenen, Spannungsmomente und Metaphern finden, um den menschlichen Punkt der Geschichte zu treffen. Letztendlich geht es um die innere Wandlung des Charlie Wilson. Das ist unsere Geschichte und dahin zu kommen, war ein langer und mühseliger Prozess.
» Wer war Charlie Wilson in Ihren Augen?
Ein Held, der uns heute wieder Hoffnung macht. Besonders jetzt vor der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA. Acht Jahre standen wir Amerikaner ohne Hoffnung da und jetzt besteht die Chance, dem Rest der Welt zu beweisen, dass wir nicht die Armleuchter sind, für die man uns acht Jahre lang gehalten hat.