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Als afrikanische Königin ungeeignet? Gegen Angelina Jolies "Kleopatra" wird revoltiert (Foto: Constantin)
"Es ist mir ganz egal, wie voll ihre Lippen sind, wie viele afrikanische Kinder sie noch adoptiert oder wie sehr sie ihre Haut für den Film bräunt. Ich bin felsenfest davon überzeugt, diese Rolle hätte eine schwarze Frau bekommen sollen." Shirea L. Carroll macht ihrem Ärger mit deutlichen Worten Luft.
Sie schreibt als Kolumnistin für das Magazin 'Essence', dem größten Lifestyle-Magazin für afro-amerikanische Frauen in Amerika. Grund für ihren viel beachteten Wut-Text ist das Ansinnen von Angelina Jolie, demnächst als "Kleopatra" über den Nil zu herrschen. Shirea L. Carroll rechnet mit der Filmindustrie scharf ab: "Kaum haben wir kapiert, dass es nicht genügend Rollen für schwarze Frauen in Hollywood gibt, schaffen sie eine - und geben sie einer weißen Frau.
Nach Meinung von Historikern war Kleopatra keine Afrikanerin, sondern griechischer Abstammung. Außerdem soll die Pharaonin klein und dick gewesen sein, gesegnet mit dünnen Lippen und einer Hakennase. So gesehen wäre die Rolle mit Angelina Jolie tatsächlich nicht ideal besetzt, aber auch die Historiker kriegen von Shirea L. Carroll noch die Meinung gegeigt: "Über Kleopatras Herkunft gibt es nur Spekulationen. Nur eines steht fest: Sie war eine afrikanische Königin. Alles andere ist eine Legende, die uns von Shakespeare, Malern und Hollywood verkauft wurde.
Angelina Jolie sollte ihrer Meinung das Feld räumen und nach Claudette Colbert (1934), Vivien Leigh (1945) und Elizabeth Taylor (1963) endlich Platz machen für eine schwarze "Kleopatra". Carroll fragt sich, warum man nicht gleich Vanessa Williams, Halle Berry oder Thandie Newton gefragt hat. "Angelina Jolie - not so perfect!"
hafu, Los Angeles, 22.06.2010, 18:48