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Herr Herbst: Worum geht es in der fünften Staffel?
Wir erfahren diesmal nicht, wie Bernd Stromberg sich als Fahrradfahrer verhält. Nämlich nach unten zu treten und nach oben zu buckeln. Sondern er fällt quasi die Karriereleiter hinauf. Stromberg wird sein eigener Chef, weil dem ehemaligen Vorgesetzten "Becker ja die Olle weggebrochen ist". In Staffel fünf zeigen wir, wie sich Stromberg auf der oberen Managementetage einrichtet. Man stellt schnell fest, dass es ihm dort sehr gut geht. Schließlich hacken sich die Krähen untereinander nicht die Augen aus. Denn oben laufen viele weitere Strombergs herum. Staffel fünf halte ich persönlich für unsere beste. Das habe ich bislang noch nach keiner gesagt.
Was führt Sie zu diesem Urteil?
Weil in dieser Staffel mehr als in jeder anderen geboren und gestorben, geheuert und gefeuert wird. Wir schaffen es trotzdem, dem Realitätsanspruch gerecht zu werden. Wir tragen zwar dick auf, bleiben aber glaubwürdig. Das ist eine Gratwanderung. Schließlich soll "Stromberg" einerseits eine Dokumentation in einem real existierenden Versicherungsbetrieb darstellen, andererseits aber auch Comedy sein.
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Weisheit à la Stromberg: "Man sollte den Arsch nie höher hängen, als man scheißen kann." (Foto: ProSieben/Willi Weber)
Welche Pläne gibt es für einen "Stromberg"-Kinofilm?
Davon ist schon lange die Rede. Und es scheitert nicht am Willen der Macher und sicher auch nicht an meinen astronomischen Gagenforderungen. Bislang steht das Finanzierungskonzept auf sehr tönernen Füßen. Anscheinend lässt sich das Projekt nicht so leicht finanzieren. Das wundert mich als Otto Normalverbraucher sehr. Schließlich ist "Stromberg" eine bekannte Marke. Man sollte doch meinen, dass die Verleiher Schlange stehen.
Was macht "Stromberg" so interessant fürs Kino?
Viele Fans schließen sich mit einem Kasten Bier im Partykeller ein und schauen eine Folge nach der anderen. Das finde ich klasse! Für diese Menschen wäre der Kinofilm ein gefundenes Fressen, weil sie in einer noch größeren Gemeinschaft Bernd Stromberg bei seinem Treiben zuschauen könnten. Ich glaube fest an das Projekt.
Auch an "Stromberg" in 3D?
Bitte nicht. Wenn, dann in 4D. Schließlich wollen wir alle einmal schnuppern, wie Ernie unter den Achseln riecht.
"Stromberg" ist die meist verkaufte deutsche TV-Serie auf DVD. Wie erklären Sie sich den Erfolg gerade auf diesem Medium?
Fans schauen die Folgen immer wieder und freuen sich jedes Mal über weitere Details. Außerdem ist Serie komödiantisch zeitlos wie sonst wohl nur Loriot. Der Humor ist nicht an eine bestimmte Zeit oder Generation gebunden.
Welche Charaktere reizen Sie als Schauspieler am meisten?
Die verschrobenen, die mit Ecken und Kanten. Das waren in meiner bisherigen Karriere immer eher die Charakterschweine. Womit wir wieder bei "Stromberg" sind. Die Hauptfigur wurde von unserem Autor bereits als Arsch geschrieben. Ich versuche, ihm die Nicht-Arsch-Seiten abzugewinnen. Arsch ist er ja schon. Wenn ich den auch so spielen würde, wäre er ein nicht auszuhaltender Doppel-Arsch. Nun jedoch tut Stromberg vielen eher leid. Eigentlich ist er ein tragisch-komischer Antiheld.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um aus "Stromberg" auszusteigen?
Der ist vorbei. Deshalb ziehe ich das jetzt durch bis ans Lebensende. Den "Stromberg"-Stempel habe ich schon riesig auf meiner Platte. Aber mein Schädel ist so groß, dass noch viele andere Stempel drauf passen.
Weitere "Stromberg"-Staffeln sind also durchaus denkbar?
Ja, aber Schritt für Schritt. Wenn die fünfte Staffel floppt, wird natürlich niemand eine sechste drehen wollen. Aber alles spricht dafür, dass auch die fünfte gern gesehen wird.
Haben Sie einen Lieblings-"Stromberg"-Spruch?
Einen? "Man sollte den Arsch nie höher hängen, als man scheißen kann." "Die Scheiße fließt immer von oben nach unten." Und ein dritter aus der neuen Staffel: "Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich respektiere Frauen, als Idee."
Heiko Meyer, 08.11.2011, 15:37