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Mein Kollege Denis und ich haben während der Dreharbeiten ständig über das Thema Mann und Frau und unsere Gesellschaft diskutiert. Es gibt viele Titzis heutzutage, sie ist sehr typisch - das sagt schon viel über unsere Zeit. Frauen sind in den letzten Jahren ein ganzes Stück weiter gekommen. Aber das heißt nicht, dass "die Männer" im allgemeinen - eine Verallgemeinerung, die ich doof finde - Weicheier sind.
Ibo alias Denis hat das Potenzial für Verantwortung, er kann ein guter Vater werden. Bei Titzi geht das natürlich schneller, als werdende Mutter muss sie sofort reagieren. Aber allein schon, dass diese Diskussion stattfindet und sie sagt: "Pass auf, zur Not ohne dich", ist ein Zeichen für einen gesellschaftlichen Wandel.
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Diskutierten über Männer und Frauen: Denis und Nora in "Kebab Connection" (Foto: timebandits film)
Ja, aber wir ernten auch viel Mist. Ich lese lieber Männerzeitschriften als Frauenblätter, dieses Weibchen-Getue kann ich nicht ertragen. Man sollte die Emanzipation jetzt nicht umdrehen und sagen: Jetzt sind wir dran für die nächsten hundert Millionen Jahre. Aber wir sind noch nicht am Ende mit der Bewegung, klar muss das weitergehen. Eine Frau als Bundeskanzler - das ist für die meisten immer noch schwer vorstellbar.
Ich bin mit Brüdern aufgewachsen, hatte immer Männer um mich. In meiner Familie war es selbstverständlich, dass ich mein Ding durchziehen kann.
Humor von Frauen ist immer noch nicht akzeptiert! Mein erster Freund hat nach vier Monaten zum ersten Mal über einen Witz von mir gelacht - und nicht, weil meine Witze so schlecht sind. Ich drücke meinen Humor schon durch, aber es überrascht Männer immer wieder, dass Frauen auch lustig sein können. Ich bin froh, dass ich mit meiner Arbeit bei MTV da etwas beitragen kann.
Auch Musik ist immer noch eher eine Männerdomäne, Mädchen sind nie so krasse Nerds. Außerdem reden wir Mädels miteinander, die Jungs kriegen den Mund nicht auf. Ein dubioser Ehrenkodex verbietet ihnen weiterzureden, wenn es ans Eingemachte geht. Die Armen sind scheinbar verbal gehandicapt.
Da haben wir es mit unserem Faible für Hobbypsychologie natürlich leichter: Wenn wir einen neuen Typen kennen lernen, weiß im schlimmsten Fall der ganze Freundinnenkreis innerhalb eines Tages über seine Anatomie und mögliche psychologische Falltüren Bescheid.
Marga Boehle, 27.04.2005, 12:17