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Story
"böse Variante von Oliver Hardy und Stan Laurel"
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Nach zehn Jahren wieder mal bei einem "großen" Film auf dem Regiestuhl: Komödienlegende John Landis
Wie ein US-Regisseur zu einem durch und durch britischen Projekt kommt, das mit britischen Darstellern in den renommierten Ealing Studios realisiert wurde, kann John Landis ganz leicht erklären: "Regisseurin Gurinder Chadha, deren Büro auf dem Gelände der Ealing Studios liegt, stellte mich den neuen Besitzern vor, die mir sofort ein Skript anboten: 'Burke & Hare'. Es gefiel mir. Ich hatte sofort Simon Pegg für die eine Rolle im Kopf. Die andere Rolle ging an Andy Serkis, auch wenn Simon mit Nick Frost ein ideales Komikerpaar abgibt, aber Nick Frost schien mir für die zweite Hauptrolle nicht richtig. Es sollte mehr eine böse Variante von Oliver Hardy und Stan Laurel werden."
Jetzt ist die makabre Komödie, die kürzlich in Deutschland bei den Fantasy Filmfest Nights lief, als Video-Premiere im Handel. Dass es hierzulande nicht für die große Leinwand reichte, enttäuscht den Regisseur zwar ein wenig, aber "letztendlich zählen die Einschaltquoten, wenn ein Film im Fernsehen ausgestrahlt wird. Mit einer einzigen Ausstrahlung erreicht man weit mehr Zuschauer als mit einer Kinoauswertung", so Landis.
Als Comeback will er "Burke & Hare" nicht verstanden wissen. Denn: "Eigentlich hatte ich nie aufgehört zu arbeiten. 'Burke & Hare' ist mein erster großer Kinofilm seit neun Jahren - das stimmt natürlich, aber in der Zwischenzeit habe ich Dokus gedreht und fürs Fernsehen gearbeitet." So realisierte er Episoden der "Masters of Horror"-Reihe oder der Serie "Psych".
Ein Grund für die lange Kinopause waren auch seine Erfahrungen während des Drehs zu "Blues Brothers 2000". Landis erinnert sich: "Das Studio hatte damals das Management ausgetauscht. Es saßen neue Leute auf den Chefsesseln, die den Film eigentlich gar nicht mehr machen wollten. Also haben sie uns die Sache ziemlich schwer gemacht. Sie stellten neue Ansprüche an das Drehbuch, verwarfen es sogar ganz. Als wir mit den Dreharbeiten anfingen, haben sie sich eingemischt, wollten manches anders haben. Es war alles andere als angenehm."
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Die vielleicht beste Komödie der 70er Jahre:"Ich glaub', mich tritt ein Pferd" von John Landis
Landis will jedoch keinen Einzelnen verteufeln, sondern macht die Veränderung im Medienbusiness dafür verantwortlich. "Alle Hollywoodstudios wurden von internationalen Großkonzernen vereinnahmt. Als ich 1978 beispielsweise 'Ich glaub', mich tritt ein Pferd' drehte, wusste ich genau, wer bei Universal damals das Sagen hatte. Heutzutage sind die Firmen nur noch kleine Abteilungen gigantischer Unternehmen, die nicht mehr gewillt sind, mal ein Risiko einzugehen, weil kein Einzelner mehr entscheidet, sondern ein ganzes Komitee."
So würden die vielen Prequels und Sequels heutzutage nur gemacht, weil die Titel eine Markenwirkung besitzen. "Für individuelle Regisseure, die keine Lust haben, Filme mit computeranimierten Monster zu drehen, sind schwere Zeiten angebrochen. Die Studios mögen keine Filmemacher, die eine eigene Meinung haben", stellt Landis fest.
Dabei gibt es Filmreihen, die Landis durch-aus reizvoll findet, etwa "James Bond". Er war an einer ersten Drehbuchfassung von "Der Spion, der mich liebte" beteiligt. "Einige Gags sind noch dringeblieben, etwa der Skisprung über die Klippen. Ich arbeitete damals mit Guy Hamilton zusammen, der ursprünglich Regie führen sollte. Doch durch das Zerwürfnis der beiden Produzenten wurde es immer schwieriger, sodass Guy irgendwann das Handtuch warf. Da hab ich dann auch gekündigt", erzählt Landis.
Außerdem habe er auch mitbekommen, wie es Sam Raimi bei seinem zweiten "Spider-Man" ergangen ist. "Er hatte kaum noch Einfluss und wurde wie Dreck behandelt. Nicht, weil da oben lauter böse Leute sitzen, sondern weil sie Angst haben und keinen Fehlschlag erleben wollen."
Updates seiner eigenen Erfolge wie etwa "Blues Brothers" oder "American Werewolf" steht Landis trotzdem nicht ablehnend gegenüber. Er denkt über den Vorschlag einer Broadway-Version von "Blues Brothers" nach. Die Zustimmung zu einem Remake von "American Werewolf" hat er schon gegeben. Sein nächstes eigenes Kinoregieprojekt soll jedenfalls nicht wieder so lange auf sich warten lassen: Bereits seit Längerem in Planung ist "The Rivals" nach Richard Sheridan.
mt, Berlin, 11.05.2011, 11:43
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