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Bush hat die Wahl gewonnen
Allerdings nicht für eine weitere Amtsperiode als mächtigster Mann der USA, sondern für eine Position, auf die George Walker mit Sicherheit gerne verzichtet hätte: Leser des amerikanischen "Total Film Magazine" haben den Texaner nämlich zum "besten Filmbösewicht des Jahres" gekürt.
Verdient hat sich Bush diese zweifelhafte Ehre nach Meinung von 10.000 Filmfans durch seine Auftritte in Michael Moores Polit-Doku "Fahrenheit 9/11":
"Bush war in diesem Film absolut furchterregend", erklärt Redakteur Matt Mueller die Entscheidung seiner Leser. "Die berühmte Szene, als er in einer Grundschule von den Angriffen auf das World Trade Center erfährt, und minutenlang einfach nur wie gelähmt auf seinem Stuhl klebt - da kriegt man wirklich große Angst."
Golfschläger statt Kettensäge
Amüsant ist dabei, wen Bush im Rennen um die durchaus renommierte Trophäe so alles ausgestochen hat: Den Killer aus "Texas Chainsaw Massacre" - auch Bush stammt ja aus dem Bundesstaat der Öl-Barone - fand man lange nicht so angsteinflößend wie den aktuellen Präsidenten. Selbst Mordmaschine Elle Driver (Daryl Hannah) aus "Kill Bill Vol. 2" oder der schizophrene Psychopath Gollum aus "Der Herr der Ringe" konnten in Sachen Schockpotenzial nicht mit Bush konkurrieren. Und auch Alfred Molinas "Dock Ock" aus "Spider-Man 2" musste sich trotz fieser Mördertentakel George W. geschlagen geben.
Während sich John Kerrys Demokraten bei der ganzen Sache sicher ins Fäustchen lachen, wird das Lager Bush die Auszeichnung vermutlich als schlechten Scherz abtun.
Allerdings hatten die Republikaner auch Regisseur Michael Moore lange als unbedeutenden Irren belächelt: Obwohl sein "Fahrenheit 9/11" als erste Doku die Goldene Palme in Cannes gewann, kanzelte man den Film als schräges Polit-Statement ab, das nur eine kleine Gruppe linksgerichteter Filmfans begeistern würde. Doch Moores Anti-Bush-Doku wurde später von so vielen Menschen gesehen, wie sonst nur wenige Filme: Knapp 120 Mio. Dollar spielte die Kinofassung bisher ein und auch die DVD pulverisierte schon in der ersten Woche sämtliche Verkaufsrekorde.
In Deutschland zeigt Pro 7 den Film übrigens am 1. November, dem Vorabend der Wahlen. Moore hatte leidenschaftlich dafür gekämpft, dass Menschen auf der ganzen Welt "Fahrenheit 9/11" noch vor der Präsidentschaftswahl sehen können. Nach den Regeln der Academy kostet ihn die TV-Ausstrahlung sogar eine als sicher angesehene Nominierung für den Doku-Oscar.
sun, 28.10.2004, 17:52
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