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Zweischneidig

Charlie Sheen spielt Pöbel-Theater und spendet für Japan

Kollektives Kopfschütteln…

Greift zu zwiespältigen Methoden: Charlie Sheen verlegt seinen irren Rachefeldzug ins Theater und spendet nach Japan (Foto: Warner) Großansicht

Greift zu zwiespältigen Methoden: Charlie Sheen verlegt seinen irren Rachefeldzug ins Theater und spendet nach Japan (Foto: Warner)

Der Mann ist völlig außer Kontrolle, da sind sich selbst ehemalige Fans von Charlie Sheen einig: Aus seiner Hitserie "Two and a Half Men" flog der einst bestbezahlte TV-Star Amerikas hochkant hinaus, weil er die Macher, die ihm eine ausführliche Drogentherapie ermöglichen wollten und die Serie dafür vorübergehend aussetzten, mit wüsten Hasstiraden überzog.

Nun, da die Serie komplett eingestellt wurde, verklagt Charlie Sheen den Erfinder und Autor Chuck Lorre auf 100 Millionen Dollar Schadenersatz. Sheens Kommentare dazu sind inzwischen so haarsträubend, dass mehr und mehr Medien die Berichterstattung über den entgleisten Star einstellen.

Doch nun hat Charlie Sheen eine ebenso clevere wie zweifelhafte Methode gefunden, weiter im Gespräch zu bleiben. Er verbindet sein persönliches Schicksal mit dem der Katastrophen-Opfer in Japan. Und das geht so: Sheen verkauft Tickets für ein Bühnenprogramm, in dem er brachial seinen "Standpunkt erklärt", und spendet jeweils einen Dollar pro Karte nach Japan.

Willkommene Hilfe oder schamlose Ausbeutung?

Die Show trägt den vielsagenden Titel "Charlie Sheen LIVE: Mein brutales Wahrheitstorpedo / Verlieren ist keine Option". Gezeigt werden sollte sie ursprünglich nur in Detroit und Chicago. Doch weil die Tickets dafür schon 18 Minuten nach Ankündigung restlos ausverkauft waren, hat Charlie Sheen fünf weitere Aufführungen in New York, Boston, Cleveland, Columbus und Connecticut angesetzt. Sheen verspricht seinem Publikum dabei "die wahre Geschichte" und kündigt vollmundig an:

"Wird es Überraschungen geben? Werden Gäste kommen? Wird das Chaos ausbrechen? Werden Sie Fragen stellen? Werden Sie lachen? Werden Sie schreien? Werden Sie die Wahrheit erfahren? Hier werden sie die Geschichte direkt vom Kämpfer selbst hören - falls Sie sich trauen!"

Dabei ist es natürlich höchst fragwürdig, dass Charlie Sheen die Opfer in Japan vor den Karren seines persönlichen Feldzugs spannt. Die Betroffenen können indes jeden Dollar brauchen und haben mit Sicherheit andere Sorgen, als sich zu fragen, ob das Geld von einem wegen Alkohol und Drogen hirnvernebeltem Hollywood-Star stammt.

Außerdem fällt ein lumpiger Dollar bei einem Kartenpreis zwischen 35 und 70 Dollar auch kaum ins Gewicht. Zudem verkauft Charlie Sheen bei seinen Auftritten T-Shirts und Merchandise mit seinen vermeintlich "besten Sprüchen" wie "Chuck Lorre ist ein Pussy-Punk". Die zweifelhaften Klamotten sind außerdem in den US-Ketten JC Penny und Hot Topic erhältlich. Hier geht der Erlös komplett an Charlie Sheen.

Boris Sunjic, Los Angeles, 16.03.2011, 12:29
 
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