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London in Schwarzweiß

Cruz hat Angst vor Farben

Wer vor lauter Stress keine Zeit mehr für die Familie hat, sollte sie einfach mal an den Arbeitsplatz mitbringen.

Hat schon die passende Garderobe: Penélope Cruz (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Hat schon die passende Garderobe: Penélope Cruz (Foto: Kurt Krieger)

Ein gutes Vorbild ist da die Familie Fiennes: Am Set des Dramas "Chromophobia" auf der schönen britischen Isle of Man tummeln sich derzeit Martha, Ralph und Joseph - die Schwester schreibt das Drehbuch und führt Regie, die beiden Brüder stehen vor der Kamera.

Im Mittelpunkt des 10 Mio. Dollar teueren Films steht das Leben im modernen London. Statt alter britischer Werte wie Ehrlichkeit und Loyalität dreht sich alles um Erfolg und Prominenz - und daran zerbricht nach und nach eine traditionsreiche Bürgersfamilie.

Und wie es sich für ein großes Melodram aus Good old England gehört, hat Martha Fiennes ihren Brüdern dabei ein echtes Starensemble zur Seite gestellt: Ganz frisch ist eben Penélope Cruz zum Cast gestoßen. Davor war schon Kristin Scott Thomas an Bord, sie spielte im Meisterwerk "Gosford Park" von Robert Altman die Gastgeberin.

Außerdem gibt sich Ian "Bilbo" Holm die Ehre. Er rührte zuletzt als rüstiger Metereologe in Roland Emmerichs Klimakatastrophe "The Day After Tomorrow". Mit Ben Chaplin ist zudem Sandra Bullocks Ermittlungspartner aus "Mord nach Plan" dabei.

Im Westen nur Graues

Regisseurin Martha Fiennes ist damit so ziemlich die unerfahrenste am Set: Sie kann bisher nur auf die Alexander-Puschkin-Verfilmung "Onegin" verweisen - ein stilles, aber wunderbar poetisches Werk mit Liv Tyler und Brüderchen Ralph.

"Chromophobia" ist übrigens der medizinische Begriff für die Angst vor Farben - der Filmtitel ist damit als Metapher für graue Großstadt-Tristesse zu verstehen. Außerdem schrieb der Londoner Kunstkritik-Guru David Batchelor einen gleichnamigen Bestseller über die Farbfeindlichkeit der westlichen Kultur: Demnach gelte schwarzweiß bei uns als edel und gut, während Farbe - in anderen Kulturen ein Symbol der Lebendigkeit - als schrill und minderwertig verachtet werde.

Das Cover von Batchelors Buch ist, na klar, schreiend pink. Dass das Filmplakat zu "Chromophobia" dagegen mit schwarzer Schrift auf schwarzem Hintergrund gestaltet wird, ist natürlich nur ein Gerücht.

sun, Isle of Man, 08.09.2004, 16:06
 
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