Story

Die Mumie im Film

Das Grauen aus dem Grab

Eingehüllt in Leinenbandagen erhebt sich der eigentlich seit Jahrhunderten tote Körper eines ägyptischen Pharaos aus seinem Sarkophag und macht gnadenlos Jagd auf diejenigen, die ihn erweckt haben.

Schreck lass nach: Großansicht

Schreck lass nach: "Die Mumie kehrt zurück" (Foto: UIP)

Eine einzige Mumie ist also schon Horror pur. Wenn aber, wie in den "Mumie"-Blockbustern mit Brendan Fraser, gleich mehrere Exemplare zum Angriff übergehen, wird's brenzlig. Wer sich bei all den Untoten mal einen guten Überblick verschaffen will, ist hier genau richtig.

Die erste Geschichte über eine Mumie, die dem Ruf zurück ins Leben folgt, schrieb die Autorin Jane Webb Loudon bereits 1821. Am Puls der Zeit folgten auf ihren Roman "Die Mumie" eine ganze Reihe von Erzählungen. Schuld war kein Geringerer als Napoleon, der mit seiner ägyptischen Expedition von 1798 bis 1801 einen wahren Ägyptenkult in Europa auslöste. Mumien-Partys, auf denen die feine Gesellschaft Sarkophage öffnete und die Leichen von ihren Leinenbändern befreite, waren der letzte Schrei.

Arnold Vosloo als Imhotep in Großansicht

Arnold Vosloo als Imhotep in "Die Mumie" (Foto: Universal Picture)

Erste Maßstäbe

Die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922 inspirierte zehn Jahre später zur ersten Mumien-Verfilmung. Unter der Regie von Karl Freund spielt Boris Karloff "Die Mumie" und setzt mit seiner Darstellung Maßstäbe fürs Genre. Das Original mit der Erweckung Imhoteps, der zur Zeit des Pharaos Djoser um 2700 v.Chr. gelebt hat und der im Film seine Geliebte Anck-es-en-Amon zurückhaben möchte, wurde zur Quelle zahlreicher Remakes.

Die nächsten fünf Mumien-Filme entstehen in den Universal Studios, wobei der Fokus ab 1940 auf den Mumien Ananka und Kharis liegt. Das Interesse am Mumien-Motiv hatte während und nach dem Zweiten Weltkrieg vielfältige Gründe: Filme mit Figuren wie Dracula oder Frankenstein zogen ein gewaltiges Fanpublikum in die Kinos, und sie waren günstig zu produzieren. Die Zuschauer erhielten die beruhigende Gewissheit, dass das Gute stets über das Böse triumphiert.

Mumien erwiesen sich für die Studios als außerordentlich praktisch, denn auferstehen lassen konnte man sie immer wieder - Horrorgestalten ohne Verfallsdatum quasi. Der Gedanke der Unsterblichkeit übt bis heute einen großen Reiz aus und wurde auch in anderen Werken wie "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" abseits der Mumien-Mythologie gern verwendet.

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Legendär: "Das Grab der blutigen Mumie" (Foto: Kinowelt)

Ab ins Alte Ägypten!

Mit "Die Rache der Pharaonen" betrat im Jahr 1959 die britische Firma Hammer-Film-Productions die Mumien-Bühne. Hammer kaufte von Universal die Remake-Rechte und konnte somit die Mumie Kharis auch in den eigenen Filmen auftreten lassen. Der Rache übende Kharis wird dabei von keinem Geringeren gespielt als von der Horrorlegende Christopher Lee, der seine Erwecker erst in den Wahnsinn treibt und anschließend meuchelt.

Auch das "Grab der blutigen Mumie" stammt aus den Hammer-Studios, basiert aber auf einer Erzählung von "Dracula"-Erfinder Bram Stoker. Dessen Texte inspirierten auch abseits von Hammer zu drei weiteren Mumien-Werken - zuletzt zu "Legend of the Mummy" aus dem Jahr 1997. Ein Jahr später setzte Stephen Sommers Brendan Fraser und Rachel Weisz als romantisch veranlagte Abenteurer ins ägyptische Licht.

Ob Sommers' Geschichte authentisch war oder nicht, spielte keine Rolle, da zumindest die Ausgangssituation des Films der Wahrheit entsprach und dem Publikum einen geheimen Wunsch erfüllte: spannende Reisen ins alte Ägypten mit all seinen faszinierenden Mythen.

Katrin Zywek, 02.12.2008, 12:00
 
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