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"Das ist eine Bewerbung für den Nobelpreis"
» Der wütende Ausritt von Pierre Brice gegen den "Schuh des Manitu" ist Legende. Wie liefe ein Treffen zwischen "Spock" und "Spuck" ab?
MICHAEL HERBIG:
Unspektakulär, denn in "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" haben wir uns weit von der ursprünglichen Inspiration entfernt. Es geht um eine Mädchen-WG in der Zukunft, deren heile Welt im All durch einen Marderschaden und das Auftauchen eines attraktiven Taxifahrers völlig aus den Fugen gerät.
Außerdem ist der Film eine Bewerbung für den Physik-Nobelpreis und eine inständige Warnung vor übereilter Marsbesiedelung.
» Haben Sie alle den gleichen Sinn für Humor?
RICK KAVANIAN:
Absolut nicht. Es gibt in diesem Film Gags, die Bully und ich furchtbar komisch finden und Christian gar nicht, und umgekehrt.
CHRISTIAN TRAMITZ:
Ich hasse zum Beispiel Kalauer, gegen die Bully und Rick gar nichts haben. Am Ende aber entscheidet Bully freundlich-diktatorisch, anders geht das auch nicht. In einem Punkt sind wir uns aber einig: Humor darf gern tiefschwarz, aber nie verletzend sein.
» Der Humor Ihres Trios unterscheidet sich tatsächlich von den üblichen Comedy-Formaten durch Verzicht auf Schadenfreude. Reine Menschenfreundlichkeit?
TRAMITZ: Wir wollen gleichstarke Gegner und keine Opfer, auf denen sowieso schon alle rumtrampeln. Wir finden es eben nicht komisch, den hundersten Gag über die Frisur von Angela Merkel oder die Miene von Oliver Kahn zu reißen.
» Sie zählen zweifellos zur Münchner Prominenz, aber auf den einschlägigen Partys trifft man Sie nie an. Liegt's an den Türstehern oder sind Sie Partymuffel?
TRAMITZ: Diese Veranstaltungen sind, ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen...
KAVANIAN:... sterbenslangweilig...
TRAMITZ: Genau. Und man kann einfach nicht morgens Tennis spielen, wenn man abends gesoffen hat. Zu den modernen Märchen zählt übrigens der Glaube, dass man als Schauspieler leichter Engagements bekommt, wenn man andauernd auf Roten Teppichen oder Barhockern rumhängt.
» Die Raumschiff-Crew unternimmt eine Zeitreise, um die Erde zu retten. Welcher Job in der Vergangenheit wäre reizvoll?
KAVANIAN: Ich würde zu gern den HipHop erfinden.
TRAMITZ: Ich wäre der Held im "Förster vom Silberwald". Die Heimatfilme der 50er-Jahre sind großartig.
HERBIG: Ich würde mit einer Paul-Breiter-Afromatte im Jahr 1974 aufschlagen und den Elfmeter selbst schießen.
» Lohnt es sich, das (T)Raumschiff nach prominenten Gastauftritten abzusuchen?
KAVANIAN: Auf jeden Fall lohnt sich das. Und die Gastgeberauftritte sind auch nicht schlecht...
» Wird der Film auch international durchstarten?
HERBIG: Damit haben wir nie geliebäugelt. Dies ist schließlich der erste demokratisch gewählte Film und für die Menschen gedacht, die für ihn gestimmt haben - und die leben im deutschsprachigen Raum. Hätten wir weltumspannend gedacht, dann wäre auch ein Dreh in englischer Sprache konsequent gewesen.
» "Der Schuh des Manitu" lief ja immerhin bis Fernost.
HERBIG: Darauf sind wir auch sehr stolz. In Japan gab es auch das schrägste Filmplakat: Mit einem Bierkrug, dem Brandenburger Tor und einem U-Boot drauf. Ich habe beim Weltvertrieb nachgefragt, ob das deren Ernst sei. Man sagte mir, das sei die japanische Marketingstrategie: So zeigt man dort "made in Germany".
» Sie sagen von sich, Sie wären im Augenblick "reif für Komödien". Was wäre die nächste Herausforderung?
HERBIG: Mal einen Thriller zu machen, wäre reizvoll. Leute zu erschrecken, ist auch eine Form der Unterhaltung.
» Welche Filme haben Sie am meisten von allen begeistert?
HERBIG: "Psycho", "Forrest Gump" und "Der weiße Hai".
TRAMITZ: "To be or not to be" - natürlich das Original von Lubitsch.
KAVANIAN: "Top Secret" und "King of Comedy".
» Wollten Sie schon als Kinder Astronaut und Indianer werden?
KAVANIAN: Meine Oma hätte mich gern als Pfarrer gesehen. Ich selbst hatte Kinderarzt im Sinn, aber das ging nicht: Ich habe Angst vor Kindern.
TRAMITZ: Sportlehrer hätte mir als Beruf gefallen. Aber dem notwendigen Nebenfach stand meine lebenslang gepflegte Faulheit im Weg.
HERBIG: Ich wollte entweder Fußballweltmeister oder Oscarpreisträger werden. Das mit dem Fußball hat schon mal nicht geklappt...
BILDER VON DER "(T)RAUMSCHIFF"-PREMIERE IN MÜNCHEN
Hans Fuchs, 12.12.2004, 12:00
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