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Hasstirade

Demi beschimpft George W. Bush

Die versammelten Superstars staunten nicht schlecht: Mitten im Film sprang sie immer wieder auf und jedes Mal, wenn George W. Bush sich auf der Leinwand zeigte, ertönten wilde Schimpftiraden.

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Ging voll mit: Demi Moore (Foto: Columbia TriStar)

Die Rede ist von Demi Moore, die sich bei einer ersten Vorführung von "Fahrenheit 9/11" in L.A. schier nicht mehr einkriegte. Und das lag nicht daran, dass sie und der Regisseur Michael den gleichen Nachnamen tragen. Was Demi genau Richtung Leinwand gebrüllt hatte, wollten die anwesenden Schauspiel-Kollegen Leonardo DiCaprio, Chris Rock, Matthew Perry, Billy Crystal und Sharon Stone allerdings nicht verraten.

Inzwischen ist die Anti-Bush-Doku in den USA offiziell gestartet und die Kontroverse nimmt immer absurdere Formen an. So haben sich einige Moore-Gegner an die Wahlkommission gewandt, die für die Präsidentschaftsabstimmung zuständig ist. Der Vorwurf: Die TV-Werbung für Moores Film verstoße gegen die US-Wahlgesetze, weil sie einen Kandidaten zeige und durch Firmengelder finanziert sei.

Moore nannte das einen "erbärmlichen Versuch zu verhindern, dass Menschen den Film ansehen." Seine Doku sei schließlich ein Film und kein Wahlwerbespot. Überdies gehöre er auch keiner politischen Partei an.

Mobil machen gegen Michael

Dazu sind zwei Anti-Moore-Filme in Planung: "Michael Moore hates America" - der Titel ist nationalistisches Programm - und "Michael & Me", ein Plädoyer für das US-Waffenrecht, das Moore in seiner Oscar-gekrönten Doku "Bowling for Columbine" so scharf angegriffen hatte.

Ein ehemaliger Vertreter des US-Innenministeriums, David T. Hardy, wird demnächst das Buch "Michael Moore Is A Big Fat Stupid White Man" ("Michael Moore ist ein dicker, fetter, dämlicher Weißer") veröffentlichen - eine Anspielung auf Moores Bestseller "Stupid White Men". Sein Vorwurf: "Er stellt die Dinge im falschen Licht dar - aber ohne jemals ein unwahres Wort zu sagen. Darin ist Moore ein Meister."

Die Filmkritik lobt indessen Moores neues Werk, das am ersten Tag in einigen Kinos die Einspielrekorde von Blockbustern wie "Men in Black" und "Matrix Reloaded" pulverisierte. Die L.A. Times schrieb:

"Der Film ist Propaganda, kein Zweifel. Aber es lohnt sich, ihn anzusehen, über ihn nachzudenken und über ihn zu diskutieren - egal welche politischen Ansichten man vertritt."

Boris Sunjic, Los Angeles, 25.06.2004, 17:42
 
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