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Der Heldenmacher
» Herr Zhang, eigentlich sind sie nicht als Martial-Arts-Regisseur bekannt. Wie kam es zu dem Projekt?
ZHANG YIMOU: Ich wollte schon immer mal einen solchen Film machen. Und die Idee zu "Hero" hatte ich bereits vor einigen Jahren. Dann kam "Tiger & Dragon", und ich wollte fast schon aufgeben. Letzten Endes hat der Erfolg von Ang Lees Film aber auch viele Türen geöffnet.
» "Hero" ist der teuerste Film, der je in China gedreht wurde, dabei geht es der dortigen Filmwirtschaft sehr schlecht. Wie geht man mit einer solchen Verantwortung um?
Der Druck war sehr groß. Man will so ein Projekt schließlich nicht in den Sand setzen. Wir haben unsere Chance eher im Ausland gesehen. Dass wir auch in Asien solchen Erfolg hatten, freut uns sehr, aber eigentlich haben wir mehr auf den Westen gesetzt.
» Holten Sie deshalb auch Jet Li als Hauptdarsteller?
Seine internationale Popularität war sicher auch ein Grund. Ausschlaggebend für die Rolle des Nameless war jedoch, dass wir einen echten Martial-Arts-Profi dafür brauchten. Jemand ohne diesen Hintergrund wäre unglaubwürdig gewesen.
» Was ist an der Geschichte historisch korrekt, was ist erfunden?
Die Story ist eine der bekanntesten Legenden in meiner Heimat. Sie rankt sich um den Kern, dass China tatsächlich 300 v. Chr. in sieben Königreiche zerfallen war. Auch die Figur des Königs ist authentisch. Was ansonsten Erfindung und Realität ist, kann wohl niemand mehr sagen. Die klassische Legende haben wir im Film kaum verändert.
» In China müssen alle Filme durch die Zensur. Wie nahm man "Hero" dort auf?
"Hero" wurde weder bevorzugt noch benachteiligt. Gerade bei historischen Filmen gibt es da kaum noch Probleme. Es ist in der schwierigen wirtschaftlichen Lage viel härter, das Geld für den Film aufzutreiben.
Tom Wimmer, 02.06.2003, 15:35
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