Story

Happy Birthday Al

Der Mann mit den tausend Gesichtern

Ob als Polizist, Mafioso, Charmeur, Politiker oder Teufel höchstpersönlich - Al Pacino verleiht jeder Rolle ein messerscharfes Profil. Im April wird der Charakterdarsteller 65. KINO.DE gratuliert!

Hat ein Kapitel in Hollywoods Filmgeschichte geschrieben: Al Pacino (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Hat ein Kapitel in Hollywoods Filmgeschichte geschrieben: Al Pacino (Foto: Kurt Krieger)

Er ist der moderne Archetyp des amerikanischen Kinogangsters und gilt vielen als bester Schauspieler Hollywoods - konkurrenzmäßig bedrängt in seiner Klasse und Generation höchstens noch vom Kollegen Robert De Niro, der einen sehr ähnlichen Weg verfolgte und aus derselben berühmten Schauspielschule stammt, dem Actor's Studio des legendären Lee Strassberg.

Wie De Niro hat es Al Pacino sowohl zum gefeierten Charakterstar als auch Kassenmagneten und Liebling der Damenwelt gebracht, der beim gutbürgerlichen Reihenhausbewohner genauso gut ankommt wie beim goldkettenbehängten Ghetto-Schlimmfinger.

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"Der Einsatz": Al als CIA-Mentor von Draufgänger Colin Farrell (Foto: Constantin)

Parademafioso mit Elan

Jetzt wird er 65, und von Ruhestand nicht die Rede. Wieso auch, wenn einer seit fast vierzig Jahren gut im Geschäft ist und noch immer zuerst gefragt wird, wenn irgendwo der Gangster-Kingpin aus Little Italy besetzt wird.

Dabei stammt Alfredo James Pacino doch aus dem Judenviertel. Genauer gesagt, aus der South Bronx, wo sich der kleine Al zum Glück schon früh gegen das drohende reale Gangsterleben entschied und bereits in der Schule hohes Talent für die Bühnenbretter erkennen ließ.

Will mit der Korruption in den eigenen Reihen der New Yorker Polizei aufräumen: Großansicht

Will mit der Korruption in den eigenen Reihen der New Yorker Polizei aufräumen: "Serpico" (Foto: Paramount)

Hart auf hart

Seine Stunde schlug dann in den frühen 70ern, als eine neue Generation politisch bewusster Regisseure einen bisher in Hollywood nicht gekannten Realismus auf den Stundenplan schrieb und plötzlich echte Typen statt Heldenklischees gefragt waren.

Mit "Der Pate", "Serpico" und "Hundstage" erspielte sich Pacino binnen weniger Jahre einen Ruf wie Donnerhall plus drei dazugehörige Oscar-Nominierungen. Heutzutage ebenfalls klassische Thriller der frühen 80er gefielen zwar nicht mehr jedem Kritiker, garantierten aber zumindest handfeste Kontroversen und klingende Kassen.

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"Der Duft der Frauen": Pacino gibt als blinder Verführer den Ton an (Foto: UIP)

Einfach dufte

Als sich Pacino in den später 80ern mit Filmen wie "Sea of Love" und "Frankie & Johnny" nicht nur schöne Gespielinnen, sondern auch einen Imagewechsel hin zu mehr Romantik verordnete, gab's spät und endlich auch den überfälligen Oscar, 1993 für "Der Duft der Frauen".

Seitdem spielte Al Pacino mal Gesetzeshüter, mal Gangster, oder auch mal den Teufel persönlich. Er arbeitet mit Starregisseuren wie Oliver Stone und Michael Mann genauso gern wie mit hoffnungsfrohen Nachwuchskräften, sorgt ab und zu in großer Kunst für Furore und geht einfacher Unterhaltung nicht aus dem Weg.

Die Vielfalt hält ihn bestens im Geschäft, und das Beispiel Eastwood zeigt, was in hohem Alter in Hollywood noch möglich ist. Herzlichen Glückwunsch, Sonny.

BEST OF AL PACINO

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"Serpico"
Pacino brilliert als Cop, der gegen Korruption in den eigenen Reihen ankämpft. Polizeidrama von Sidney Lumet.
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Thomas Abel, 25.03.2005, 11:00
 
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