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Der fremde Sohn Universal
Clint Eastwood wird mir ein Leben lang ein Rätsel bleiben. Von heute auf morgen sagte Dirty Harry der 70er: "Jetzt probier ich's einfach mal hinter der Kamera." So richtig Fahrt auf, nahm das dann 1992 mit dem von ihm inszenierten Spätwestern "Erbarmungslos", der dem Multitalent prompt den Oscar als bester Regisseur einbrachte. Und seit der Zeit produziert der ehemalige Haudrauf Meisterwerke des Films, packt dabei ein sperriges Thema nach dem anderen an - und verwandelt es in cineastisches Gold. Exakt das macht er auch in dem Drama "Der fremde Sohn". Hier greift er einen wahren Entführungsfall aus den 20er Jahren auf: Ein Kind verschwindet, wird wieder gefunden und seiner Mutter übergeben. So weit, so gut: Dumm nur, dass diese hartnäckig der Meinung ist, es sei nicht ihr Sohn. Ärgerlich für alle Beteiligten: Statt einer dringend benötigten Erfolgsmeldung lauert hier für das Polizeidepartment nur weiterer Verdruss. Die renitente Mutter verschließt sich dabei sogar dem guten Rat, "das Kind doch einfach mal auszuprobieren". Muss ja kein Verlust sein, so ein Umtausch.
Ausgewählt von: Alexander Jodl Perfekte Bilder, perfekte BesetzungEin Kräftemessen beginnt, das Eastwood virtuos zwischen Kafka, Korruption und Komik ansiedelt - und das mit Angelina Jolie nicht nur prominent sondern auch erstaunlich kompetent besetzt ist. Hier beweist der weibliche Teil der Brangelinas, dass außer einer Supermom auch eine Supermimin in ihr steckt - die man nur von Zeit zu Zeit freilegen muss. In Kombination mit einer packenden Story und brillanten Bildern ergibt "Der fremde Sohn" einen der tief gehendsten Filme dieses Video-Sommers. Und einen der empfehlenswertesten.
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