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Selbsthass

Die Queen boykottiert "Die Queen"

Prinz Harry geht im Hakenkreuz-Kostüm auf Partys und lässt sich mit Stripperinnen ablichten, Charles ist als weltfremder Segelohrenprinz eine reine Witzfigur und die Monarchie insgesamt doch vollkommen überholt!

Helen Mirren wird zwar von Königin Elisabeth II. hoch geschätzt - aber ihren Film will sie trotzdem nicht sehen (Foto: Concorde) Großansicht

Helen Mirren wird zwar von Königin Elisabeth II. hoch geschätzt - aber ihren Film will sie trotzdem nicht sehen (Foto: Concorde)

Nein, das Image der britischen Königsfamilie ist wirklich nicht das beste. Kein Wunder, dass die Royals im Buckingham Palace dem Kinofilm über eine der heikelsten Phasen der englischen Monarchie nicht gerade mit Begeisterung entgegensahen. Nun ist "Die Queen", das Drama über die reservierte Reaktion der Windsors auf den Unfalltod von Lady Di, aber in aller Munde - nicht zuletzt dank sechs Oscar-Nominierungen.

Also hat sich jetzt auch die Hauptfigur zu Wort gemeldet. Durch einen Freund ließ Königin Elisabeth die britische Presse wissen, dass sie nicht gedenke, sich den Film anzusehen. Grund dafür sei aber nicht die Kritik an ihrer Person: "Elisabeth schaut sich auch Videos von ihren öffentlichen Auftritten nur äußerst ungern an", erläutert der Vertraute des Königshauses. "Wenn sie dann noch von jemand anderem dargestellt wird, macht es das noch unangenehmer für sie. Außerdem ist die Königin generell kein großer Filmfan. Es gibt zwar kleine Vorführungsräume im Buckingham Palace, aber die benutzt sie sehr selten."

Das Pikante daran: Dargestellt wird Elisabeth von Helen Mirren - und die hat die Königin höchstselbst im Juni 2003 für ihre Verdienste in den Ritterstand erhoben, zusammen mit Roger Moore und Sting. "Dame" Helen Mirren gilt nun für ihre Glanzleistung in "Die Queen" auch noch als Oscar-Favoritin. Mangelndes Können kann also nicht der Grund für die Skepsis der echten Königin sein.

Das Schweigen der Windsors

In der Tat vergisst man im Film schnell, dass es nur eine Schauspielerin ist, die sich durch die Zeit nach dem Tod von Lady Di kämpft: Elisabeth sieht sich völlig unerwartet mit dem Unverständnis ihres Volkes konfrontiert, weil das Königshaus auf das plötzliche Ableben der weltweit fanatisch verehrten Diana so unterkühlt reagierte. Helen Mirren macht sehr gut nachfühlbar, wie Elisabeth unter der Kluft zwischen ihr und ihren Untertanen leidet: Sie selbst wurde mit einem jahrhundertealten Wertesystem zur würdevollen Monarchin ausgebildet, ihr Volk ist in den Zeiten von Massenmedien und Event-Kultur völlig emotionalisiert.

Allerdings wiederholt die echte Elisabeth nun genau den Fehler, um den es auch im Film geht: Damals wartete ganz England sehnsüchtig auf eine Äußerung zum Tod von Diana, nun warten die Briten auf ein königliches Statement zum Film über dieses Thema - allerdings vergeblich...

sun, London, 05.02.2007, 16:58
 
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