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M. Haneke im Gespräch

"Ein Film ist jedes Mal ein neues Abenteuer"

Mit "Caché" liefert Michael Haneke ein Meisterwerk ab, das nicht nur in Cannes den Preis für die beste Regie erhielt, sondern auch fünf Europäische Filmpreise, darunter den für den besten Film.

Die Hauptdarsteller: Juliette Binoche und Daniel Auteuil (Foto: Prokino) Großansicht

Die Hauptdarsteller: Juliette Binoche und Daniel Auteuil (Foto: Prokino)

» Was reizt Sie immer wieder an Geschichten über innere Verunsicherung?

MICHAEL HANEKE: Meistens ist es nicht das Thema, sondern ein Klima, das mich interessiert, etwas, das mich aufregt. Daniel Auteuil und ich planten ein gemeinsames Projekt, und hier passte einfach alles.

Die Geschichte über einen Menschen, der mit einer Tat aus seiner Kindheit konfrontiert wird, beschäftigte mich schon lange. Das schlechte Gewissen kommt in fast allen meinen Filmen vor. In der Disziplin, uns von Schuld freizusprechen, sind wir doch alle Weltmeister.

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"Caché"-Regisseur Michael Haneke (Foto: Kurt Krieger)

» Das Ende ihres Films eröffnet die Möglichkeit vielfältiger Interpretationen.

Ein anderes Ende hätte den Film ärmlicher gemacht, auch die Möglichkeiten für das Publikum. Ich versuche - auch wenn es mir nicht immer gelingt -, so offen wie möglich für Interpretationen durch den Zuschauer zu bleiben. Das ist die produktivste Methode des Dialogs.

Wenn ich beim Betrachter Fragen offen lasse, setzt er sich länger mit dem Film auseinander, eine grundsätzliche Tendenz dramatischer Kunst im weitesten Sinne, im Theater wie im Kino. Wer einen Dialog beginnen will, darf nicht so tun, als hätte er Botschaften zu versenden. Nur im Mainstreamkino ist man sozusagen verpflichtet, den Schuldigen zu offenbaren, eine dumme Angewohnheit.

 
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