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Eminem, die zweite

Eminems patentierter <br />Es-sind-ja-alle-so-gemein-zu-mir-Blick

Eminems patentierter
Es-sind-ja-alle-so-gemein-zu-mir-Blick

Typisch Hollywood: In Deutschland ist das Kinodebüt von Superrapper Eminem noch nicht mal angelaufen, da strickt man in Tinseltown bereits am Sequel zu "8 Mile": "Ich wäre begeistert, wenn wir nochmal mit Eminem arbeiten könnten - er hat wirklich das Zeug zum Filmstar", sagt Adam Fogelson, Marketing-Chef bei Universal.

In solche Höhen wird natürlich nur gelobt, wer die Hoffnung auf klingelnde Kassen weckt. Für Eminem nach einem gigantischen 51 Mio. Dollar Startwochenende kein Problem: Er fuhr hinter "Hannibal" das zweitbeste Opening eines Films mit dem Rating "R" (Restricted) ein, und das fünftbeste des Jahres.

Fogelson analysiert: "Ich bin begeistert, bei uns herrscht totale Euphorie - denn damit war einfach nicht zu rechnen. Eminem ist eben die Stimme der jungen Generation und so etwas wie eine kulturelle Kraft."

Ob da der gewiefte Marktstratege oder der Kulturphilosoph spricht, möge jeder selbst entscheiden.

Die Kritiken für "8 Mile" sind jedenfalls sehr unterschiedlich. Die Story: Lose am Leben und Wirken von Eminem angelehnt, wird der Aufstieg des weißen Rappers Jimmy 'Rabbit' Smith in einem von Schwarzen dominierten Geschäft geschildert. Obwohl Eminem schauspielerisches Talent attestiert wird, ist auch oft zu lesen, dass der Film vor allem von den hervorragenden Co-Stars getragen werde, darunter Kim Basinger in einer Glanzrolle als Eminems, äh, pardon, JIMMYS Mutter.

Was Eminems Raps angeht, sind sich die Kritiker einig, dass seine Texte zwar diskussionswürdig sind, er aber technisch und rhythmisch der beste Zungenartist seit Grandmaster Flash ist.

Bis "8 Mile" am 30. Januar auch bei uns startet, muss man sich vorerst noch mit Eminems hochintelligenten, weisen und kulturell bedeutsamen Rhymes begnügen...

Los Angeles, 14.11.2002, 00:04
 
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