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Emmerich versenkt die Insel
Die Verrisse, die er auf der Insel für seine wenig schmeichelhaft Darstellung der Engländer in "Der Patriot" erhalten hatte, sitzen Roland Emmerich wohl tief im Gedächtnis. In seinem neuen Film "The Day After Tomorrow" muss nun stellvertretend für die Schreiberlinge die ganze Insel büßen.
In dem Katastrophen-Schinken mit Dennis Quaid überrollt ein Klima-GAU biblischen Ausmaßes die gesamte nördliche Halbkugel. Der Hollywood-Dramaturgie und wohl auch den eher unterdurchschnittlichen Geografie-Kenntnissen des US-Zielpublikums ist es geschuldet, dass dabei die Vereinigten Staaten im Vordergrund stehen.
England als Appetizer
Doch eines lässt sich Emmerich nicht nehmen: Quasi als Appetit-Happen muss erst einmal Großbritannien dran glauben. Dies jedenfalls kündigte der gut aufgelegte Regisseur in der Höhle des Löwen, auf einem Trailer-Screening in London an: "England wird es als erstes treffen!" Produzent Mark Gorden warf ein, dass das die Retourkutsche für die miese "Patriot"-Presse sei.
Die britischen Journalisten nahmen Emmerich das offensichtlich nicht krumm. Zumal der im selben Atemzug beschrieb, wie die Briten in seinem Film mit der Klimakatastrophe umgehen: "Sie reagieren mit ihrer berühmten 'stiff upper lip', scheren sich nicht weiter ums Wetter und genehmigen sich erst einmal einen Gold-Label-Scotch."
Wenn das kein Kompliment ist...
London, 18.02.2004, 19:55
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