News

Xmas is all around

Filmsong als Weihnachtssingle

"Ich würde das Radio sofort ausschalten!"

Rockt sich bald auch im wirklichen Leben einen Tannenbaum: Bill Nighy (Foto: UIP) Großansicht

Rockt sich bald auch im wirklichen Leben einen Tannenbaum: Bill Nighy (Foto: UIP)

Kollege Alan Rickman zeigte sich wenig begeistert. Auch Colin Firth meinte: "Einmal hören reicht - schließlich haben wir das Ding nur dafür gemacht, dass es einem in den Ohren weh tut."

Die Rede ist von "Christmas is all around", einer akustischen Verballhornung des Klassikers "Love is all around" von den Troggs. Im Komödienhit "Tatsächlich... Liebe" erlebt Bill Nighy als abgetakelter Rockstar Billy Mack seinen dritten Frühling, indem er zu Weihnachten den Klassiker schwülstig umtextet und bei sämtlichen Auftritten offensiv kundtut, was für ein Mist die Platte doch sei - sehr zum anfänglichen Entsetzen seines Managers.

Je schlechter, desto besser

Doch im Zeitalter der Popstars entpuppt sich die Strategie "Trash sells" bald als goldrichtig und der rebellische Altrocker muss am Ende gar das Versprechen einlösen, seine subversive Tannenbaumschnulze nackt darzubieten - weil er damit die Boyband Blue im Rennen um den Weihnachtshit des Jahres abgehängt hat.

Der irrwitzige Promotrip des Sängers verknüpft kunstvoll und charmant die neun Episoden zum Thema Liebe, die Richard Curtis in sein Regiedebüt gepackt hat. Nun soll der Filmsong auch im wirklichen Leben für andächtiges Grinsen sorgen. Nighy, der das Werk selbst ins Mikro geträllert hatte, zeigte sich von der Aussicht auf einen Hit begeistert: "Wäre doch Klasse, wenn mal das wirkliche Leben die Kunst imitieren würde und nicht, wie sonst, andersherum!"

So kritisch sich die Schauspielkollegen Firth und Rickman äußerten, so euphorisch zeigten sich Emma Thompson und Laura Linney: "Wir würden unsere Boxen ins Fenster stellen und die Stereoanlage auf volle Lautstärke drehen!"

Die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht für Bill Nighy: 1994 landeten bereits die Edelpopper von Wet Wet Wet mit einer Coverversion von "Love is all around" einen Welthit, damals auf dem Soundtrack der Kultkomödie "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" zu finden, für den Richard Curtis noch das Drehbuch geschrieben hatte. Heute heißt es allerdings nicht mehr "Come on and let it show", sondern "Come on and let it snow". Autsch!

Boris Sunjic, London, 01.12.2003, 18:51
 
Hoch Runter
 

facebook