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Befangen

Ford als Geschworener untauglich

Es hätte ein ungewöhnliches Aufeinandertreffen von Hollywood-Größen werden können: Ausgerechnet in einem vom MGM-Vorstandsvorsitzenden angestrengten Gerichtsverfahren hätte Harrison Ford in der Jury sitzen sollen. Doch der Star musste sich entschuldigen.

Mangelnde Objektivität: Harrison Ford (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Mangelnde Objektivität: Harrison Ford (Foto: Kurt Krieger)

Unzählige Prominente erklommen bereits die Stufen des Gerichtsgebäudes von Santa Monica bei Los Angeles. Einige von ihnen sahen sich jedoch nicht mit rechtlichen Schwierigkeiten konfrontiert, sondern kamen ihrer staatsbürgerlichen Pflicht nach. Filmstars wie James Belushi oder Jamie Lee Curtis trugen dort bereits als Teil einer Jury zur Urteilsfindung bei.

Mit Harrison Ford hätte nun einmal mehr eine Berühmtheit auf der Geschworenenbank Platz nehmen sollen, doch der Star aus Kassenhits wie "Krieg der Sterne" und "Jäger des verlorenen Schatzes" bat darum, von der Aufgabe befreit zu werden.

Ausgerechnet Alex Yemenidjian, seit April 1999 Vorstandsvorsitzender des Traditionsstudios MGM, wird als Kläger in der Zivilstreitigkeit auftreten. Yemenidjian war aktiv an Entscheidungen über Filmprojekte beteiligt, in denen Ford mitspielte. Dieser beklagte daher, im Prozess nicht objektiv urteilen zu können.

Abgelehnt trotz Sachverstandes

Offenbar teilt der vorsitzende Richter diese Auffassung, denn er erklärte den Schauspieler postwendend für befangen. Indes hätte Fords frühere Tätigkeit als Schreiner ihm gute Dienste in der Funktion als Geschworener erweisen können: Anlass zur Klage gab ein Streit über Baumängel.

Während der Prozess nun also ohne Hollywoods kommerziell erfolgreichsten Star auskommen muss, dürfte sich die Aufmerksamkeit des Klägers auf ein anderes Thema konzentrieren: Gestern wurde bekannt, dass MGM von Branchenriese Sony übernommen wird.

mab, 15.09.2004, 16:55
 
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