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Schlechte Erinnerung

Ford nennt "Blade Runner" "beschissen"

Zwischen Künstlern und Studiobossen kracht's in Hollywood öfter - doch diese Form von Nachtreten ist selbst für die Traumfabrik ganz schön heftig...

Mag seine eigene Stimme nicht hören: Harrison Ford (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Mag seine eigene Stimme nicht hören: Harrison Ford (Foto: Kurt Krieger)

"Es war ein beschissener Albtraum", sagt Harrison Ford jetzt über seine Erfahrungen mit dem Kultfilm "Der Blade Runner". Der Superstar regt sich furchtbar auf, dass die Produzenten gegen seinen Willen und den von Regisseur Ridley Scott Großteile des Films mit Erzählerkommentaren unterlegten.

"Als wir den Film drehten, waren Ridley und ich uns einig, dass wir ohne Erzählerstimme auskommen würden", ereifert sich Ford. "Doch dann musste ich auf Druck irgendwelcher Clowns, die einen schlecht geschriebenen Text nach dem anderen anschleppten, diese lächerlichen Voiceovers einsprechen."

Ford spielt in "Blade Runner" den Spezialisten Rick Deckard, der in einer düsteren Zukunft so genannte Replikanten aufspüren soll - Roboter, die kaum von Menschen zu unterscheiden sind und eigentlich nach vier Jahren abgeschaltet werden sollen. Doch da sie mit der Zeit sogar eigene Gefühle entwickeln, versucht eine Gruppe Replikanten diesem Schicksal zu entgehen. Als Deckard auf diese Replikanten angesetzt wird, beginnt er bald an Sinn und Berechtigung seines Auftrags, ja sogar an seinem Verständnis von Menschlichkeit zu zweifeln.

Hör auf mit der Laberei!

Der Film mit seinen finsteren Endzeitbildern machte den Autor der zugrunde liegenden Kurzgeschichte, Philip K. Dick, weltberühmt. Später wurden viele seiner Stoffe zu Filmerfolgen wie "Die totale Erinnerung" oder "Minority Report", am 19. Juli kommt "Next" mit Nicolas Cage ins Kino.

Die ersten Testvorführungen von "Blade Runner" waren seinerzeit aber ein Desaster, weil das Publikum die recht verwickelte Handlung einfach nicht verstand. Deswegen ließen die Studiobosse in letzter Sekunde erklärende Texte verfassen, in denen die Hauptfigur den Film verständlich machen sollte - sehr zum Leidwesen von Ford. Schließlich widerspricht dieses Vorgehen der heiligen Filmmaxime "Show, don't tell" - "Zeigen statt erzählen".

Dass Ford mit seinen Voiceovers - die übrigens viele sehr gelungen finden - hadert, ist nicht neu, wohl aber seine verbale Vehemenz dabei. Von Altersmilde also keine Spur bei Ford - zumindest gute Vorzeichen für "Indiana Jones 4", in dem der Superstar ab Mai 2008 wieder als archäologischer Rabiator mit Hut und Peitsche zu sehen ist...

sun, Los Angeles, 05.07.2007, 14:57
 
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