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"Für einen richtigen Beruf bin ich zu doof!"
» Woher wussten Sie eigentlich, dass Sie Talent zum Komiker haben?
ADAM SANDLER: Ich wusste es gar nicht. Aber zu Hause brachte ich meine Familie mit meinen dummen Sprüchen zum Lachen. Als ich mich für die Uni bewarb, meinte mein Bruder: "Du solltest lieber Stand-up-Komiker werden." Und genau das versuchte ich. Für einen anspruchsvollen Beruf hätte ich sowieso nicht genügend Grips gehabt.
» Wie verliefen Ihre ersten Auftritte?
Sie waren die reine Katastrophe. Ich war so nervös, dass ich zu stottern anfing - danach war ich wochenlang am Boden zerstört. Aber ich wusste, dass ich es besser konnte. Deshalb arbeitete ich wie ein Wahnsinniger daran.
» Warum spielen Sie meistens denselben Typus: einen gutmütigen Kerl, der immer wieder in peinliche Situationen gerät?
Weil ich diesen Typus mag. Ich kann solche Menschen gut verstehen. Ich bin selbst jemand, der sich in der Öffentlichkeit schnell unbeholfen fühlt. Deshalb versuche ich mich von größeren Parties fernzuhalten und verbringe die Zeit lieber mit meinen Freunden.
» Bei einigen Ihrer Charaktere schlägt diese Gutmütigkeit aber in Aggressivität um. Kennen Sie dieses Gefühl auch?
Das hat mein Vater mir vererbt. Drei-, viermal am Tag raste ich aus. Das geschieht mit einer solchen Regelmäßigkeit, dass es fast schon wieder lustig ist.
» Jetzt scheinen Sie an reinen Komödien die Lust zu verlieren. Ihr neuer Film "Spanglish" erzählt eine recht ernsthafte Geschichte.
Ich hatte nie den Plan, eine neue Richtung einzuschlagen. Ich kannte Regisseur Jim Brooks schon länger, und als er "Spanglish" speziell für mich schrieb, war ich begeistert. Das war etwas Neues, das ich unbedingt ausprobieren wollte.
» Haben Sie bei "Spanglish", verglichen mit Ihren bisherigen Filmen, etwas dazugelernt?
Ich dachte immer, ich hätte hart an meinen Filmen gearbeitet. Aber James Brooks hat mich eines Besseren belehrt. Wir hörten beim Dreh nicht auf, bis jede Nuance stimmte. In einer Liebesszene musste Tea Leoni mir auf die Brust schlagen - und sie tat das so lange, bis ich grün und blau war. Zwischen den Takes trug man immer Make-up auf, damit meine Haut wieder ihre natürliche Farbe hatte.
» Haben Sie dadurch Lust bekommen, selbst Regie zu führen?
Nicht wirklich. Ich kann mich nicht so gut konzentrieren. Ständig schweifen meine Gedanken in alle Richtungen ab. Deshalb brauche ich auch Leute wie Jim Brooks, die diesen Job für mich erledigen.
» Sie könnten ja auch Koch werden. In "Spanglish" zeigen Sie dafür großes Talent.
Die Voraussetzungen würde ich schon mitbringen. Ich liebe Essen. Wenn ich in einem guten Restaurant bin, gehe ich immer in die Küche und hole mir Tipps vom Chefkoch. Vielleicht werde ich aber doch noch Regisseur. Mit meiner Esslust könnte ich bald 150 Kilo wiegen. Dann bin ich froh, wenn ich im Stuhl sitzen und andere Schauspieler herumkommandieren darf.
Rüdiger Sturm, 13.04.2005, 09:39
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