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"Für mich ist es eine Ehre"
» Als Hui Buh erschrecken Sie gern die Leute. Sind Sie privat genauso oder gehören Sie eher in die Kategorie der Schreckhaften?
MICHAEL BULLY HERBIG: Bevor ich diesen "Hui Buh, das Schlossgespenst" machte, guckte ich in einem neuen Hotelzimmer immer erst unterm Bett, hinterm Vorhang und in der Minibar nach. Insofern war der Film wie eine Therapie für mich. Heute grusele ich mich nur noch vor Rosinen.
» Welche Erinnerungen knüpfen Sie an "Hui Buh, das Schlossgespenst"?
"Hui Buh" habe ich schon vor 30 Jahren gehört. Allerdings hörte ich mir die Kassetten nie allein an, weil ich so Angst hatte. Aber ich habe die Stimme nicht mit diesem Skelett vom Cover zusammengebracht. Das war nun die große Herausforderung. Denn für den Film musste eine andere Lösung gefunden werden.
» Wie war das Zusammentreffen mit dem Mann, der Ihnen mit seiner Stimme eine Gänsehaut einjagte?
Als Hans Clarin zusagte, im Film mitzumachen, empfand ich das wie ein Segen. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich nicht mehr das Gefühl, jemandem etwas wegzunehmen. Hans Clarin ist unersetzbar und hat die Figur des Hui Buh geprägt. Es hätte keinen Sinn gemacht, ihn zu imitieren. Für mich ist es eine Ehre, seine Figur einer neuen Generation wieder zugänglich zu machen.
» Sie sprechen das Schlossgespenst nicht nur, sondern dienten auch als Vorbild für sein Aussehen...
Ja, es stand von Anfang an fest, dass es eine animierte Figur sein wird. Das reizte mich, obwohl ich gern länger als drei Tage am Drehset in Prag gewesen wäre. Die anderen Darsteller sollen viel Spaß gehabt haben. Trotzdem bin ich stolz: Wer kann schon von sich behaupten, dass es ihn als Animationsfigur gibt.
» Wie ist es zu Ihrem Spitznamen Bully gekommen?
In meiner Klasse gab es sechs Jungs mit dem Namen Michael. Wenn da jemand beim Spiel "Michi lauf" gerufen hätte, wäre die halbe Mannschaft vorne gewesen. Weil ich ein T-Shirt mit der Aufschrift "Die Bullen kommen" trug, nannte man mich anfangs noch Bulle.
Aber ich war der Kleinste in der Klasse, und so wurde daraus Bully. Seit 24 Jahren heiße ich so, und wenn mich jemand Michael ruft, höre ich erst beim zweiten Mal darauf.
Markus Tschiedert, 19.07.2006, 09:44
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