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"George hat mir einen Gefallen getan"
» Nächstes Jahr feiert die von Ihnen geprägte Ur-Serie des "Raumschiff Enterprise" ihr 40-jähriges Jubiläum. Sie selbst sind dann seit über 60 Jahren im Geschäft - was geschah vor Mr. Spock?
LEONARD NIMOY:
Auch wenn ich bereits mit acht Jahren auf der Bühne gestanden habe - nicht viel, um ehrlich zu sein. Keines meiner Engagements dauerte länger als zwei Wochen am Stück. Dazwischen arbeitete ich im Restaurant, fuhr Taxi, verkaufte Lebensversicherungen. Nach der Spock-Rolle allerdings musste ich nie wieder Angst um meine Existenz haben.
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Nimoy vor dem Schriftzug: "Ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung wovon Spock da spricht" (Foto: Hans Fuchs)
» Was hat Sie die langen Jahre bis zum Erfolg motiviert?
Ich bin immer ein ruhiger, schüchterner Mensch gewesen. Wenn mich Leute angesprochen haben, wusste ich oft nichts zu sagen. Die Bühne ist ein perfektes Versteck, denn als Schauspieler bekommst du ja vorgegeben, was du sagen sollst. Es ist ein wundervoller Beruf und für mich auch eine Zuflucht - ich wollte nie etwas anderes werden. Außerdem bin ich stur wie ein Esel.
» "Star Trek" wird 40 Jahre alt und auch eine weitere TV-Serie, an der Sie lange mitwirkten, hat sich als Kino-Dauerbrenner etabliert: Die "Mission: Impossible"-Serie.
Manche sagen, dass den Filmstudios die Ideen ausgehen und sie deshalb in der Mottenkiste kramen - ich dagegen bin von den Filmen und von Tom Cruise beeindruckt. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man an so viel Qualität beteiligt war, dass sie die Menschen - hinter der Kamera und vor der Leinwand - auch Jahrzehnte danach noch inspiriert. Das gilt vor allem auch für "Star Trek".
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"Mr. Spock" Leonard Nimoy mit der DVD-Box zur Ur-Serie aus den 60er-Jahren (Foto: Hans Fuchs)
» Haben Sie Souvenirs aus Ihrer Zeit als Mr. Spock behalten?
Ich besitze das letzte Paar Spitzohren, die ich 1969 beim letzten Take der letzten TV-Folge trug.
» Eine eBay-Versteigerung würde Sie reich machen.
Meinen Sie, die Ohren würden so viel bringen wie das Papstauto? Nein, von diesen Erinnerungsstücken trenne ich mich niemals.
» Für das Comeback der "Enterprise"-Crew im Kino müssten Sie sich eigentlich ausgerechnet beim größten Konkurrenten George Lucas bedanken.
Das ist absolut korrekt. Als ich 1977 in einem New Yorker Kino "Krieg der Sterne" sah, war ich von der technischen Qualität völlig überrascht und begeistert. Nach dem Film sah ich in den Augen der Zuschauer dieses faszinierte Glitzern und wusste: George hat mir einen gewaltigen Gefallen getan und das Genre wiederbelebt. Bald ruft Paramount an und wir bringen die "Enterprise" ins Kino. So war es dann auch.
» Haben Sie noch Kontakt zu den Kollegen von damals?
Ich bin eng mit William Shatner befreundet. Mindestens einmal die Woche gehen wir gemeinsam mit unseren Frauen essen.
» Sie wirken topfit, haben sich aber völlig aus dem Geschäft zurückgezogen. Ihr Altergenosse Clint Eastwood dagegen dreht fleißig Filme und heimst reihenweise Oscars dafür ein. Was hält Sie ab, noch einmal im Regiestuhl Platz zu nehmen?
Ich bin ein Fan von Clint. Er ist ein großer Regisseur, vielleicht einer der größten. Er hat eine Leidenschaft für großartige Geschichten und das Bedürfnis, sie zu erzählen. Die Leidenschaft teilen wir, das Bedürfnis nicht. Aber ich habe mich der Fotografie verschrieben und eröffne im Juni in New York eine Ausstellung meiner Bilder.
» Worum geht es?
Um Aktfotografien großer Frauen.
» Groß im Sinne von baumlangen Models?
Groß im Sinne von breit.
DER TREKKIE-SPRUCH DES TAGES
"Es war schon eine Umstellung, nach einem schwulen (T)Raumschiff-Kommandanten einen heterosexuellen Vulkanier beim Balzen zu spielen!"
"Käptn Kork" Christian Tramitz über seine Rolle bei der Synchronisation einer Folge von "Star Trek: Enterprise".
Hans Fuchs, 29.06.2005, 09:55
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