Story

Hinter den Kulissen: About a Boy

Es gibt Bücher, nach denen in Hollywood kein Hahn kräht. Dann erscheinen Romane, die einen derart guten Filmstoff bieten, dass sich die Produzenten Hollywoods schier die Köpfe einschlagen, um die Rechte daran zu erwerben.

Nach erster Enttäuschung doch mit dabei: Hugh Grant

Nach erster Enttäuschung doch mit dabei: Hugh Grant

Nick Hornbys dritter Roman "About a Boy oder: Der Tag der toten Ente" löste derartige Reibereien unter den Mächtigen der Traumfabrik aus. In Großbritannien auf Platz 1 der Verkaufsliste - der Bestseller ging mehr als eine Million Mal über die Ladentische - in über zwanzig Ländern ein Kassenschlager.

Zudem hatte Hornby mit seinen beiden Vorgängern "Fever Pitch" und "High Fidelity" bereits unter Beweis gestellt, dass seine Plots für Kinofilme geradezu prädestiniert sind.

Robert De Niro und Jane Rosenthal griffen 1998 zu, Rosenthal erinnert sich:

"Nick Hornby hat eine außergewöhnliche Sprache. Es gibt nicht viele Schriftsteller, die mit einer so hohen Intensität schreiben, dass sich eine Leinwandadaption derart aufdrängt."

Topautor Nick Hornby

Topautor Nick Hornby

De Niros Kompetenz-Pool

Das Nachsehen hatten Universal Pictures, die Gebrüder Weitz und Hugh Grants Produktionsfirma Simian.

Doch dann ereignete sich für das harte Geschäft des Filmbusiness Außergewöhnliches: De Niro & Co. holten alle ehemaligen Konkurrenten für die Produktion des Filmes mit ins Boot.

So wurden die Brüder Paul und Chris Weitz als Drehbuchautoren sowie als Regisseure verpflichtet und Hugh Grant übernahm einfach die Hauptrolle.

Nicholas Hoult spielt das <br />Problemkind Marcus

Nicholas Hoult spielt das
Problemkind Marcus

Hughs britische Zurückhaltung

Vor allem die Brüder Weitz zeigten sich überglücklich: "Wir hatten das Projekt seit einigen Jahren wie die Geier umkreist, und schließlich haben wir den Zuschlag bekommen."

Der einzige, der anfangs Bedenken anmeldete, war Hugh Grant. Der Star aus "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" war zwar von Hornbys Roman überzeugt; der Engländer konnte sich die Zusammenarbeit an einer Roman-Adaption mit dem Regie-Geschwisterpaar anfangs nur schwer vorstellen. Er kannte sie lediglich durch ihre Arbeit an "American Pie":

Produzent Eric Fellner mit den Co-Regisseuren Paul und Chris Weitz

Produzent Eric Fellner mit den Co-Regisseuren Paul und Chris Weitz

Kein Kain-und-Abel-Syndrom

"In dieser Geschichte hat niemand Sex mit einem Apfelkuchen. Nachdem ich die beiden aber getroffen hatte, musste ich eingestehen, dass ich zuvor noch nie amerikanische Regisseure kennen gelernt habe, die so belesen waren."

Auch die Vorstellung, gleich von zwei Regisseuren Anweisungen zu empfangen, schien ihm als sicheres Konzept, um in eine Katastrophe zu schlittern:

"Ich habe selbst einen Bruder, und die Vorstellung mit ihm einen Film zu drehen, halte ich für undenkbar. Wir würden uns wahrscheinlich in weniger als einer Woche gegenseitig umbringen."

Hugh überwand seine Skepsis schnell und gründlich

Hugh überwand seine Skepsis schnell und gründlich

Finale Schlammschlacht

Tote gab es aber weder im Film noch am Set. Letztlich stellte sich heraus, dass Hugh Grant mit Paul und Chris Weitz auch privat auf der selben Wellenlänge funkten.

Davon konnte man sich nach Abschluss der Dreharbeiten überzeugen, als die drei gemeinsam während eines Kricket-Spiels wie kleine Jungs im Dreck herumrobbten.

Oliver Schwankl, 21.08.2002, 12:43
 
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