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F. Ozon im Gespräch

"Hollywood interessiert mich nicht"

Mit "Angel - Ein Leben wie im Traum" drehte François Ozon seinen ersten englischsprachigen Film und sein bisher aufwändigstes Projekt.

Der opulente Kostümfilm Großansicht

Der opulente Kostümfilm "Angel" erzählt vom Aufstieg und Fall einer englischen Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen (Foto: Concorde)

Darf man "Angel" eine Soap nennen?

FRANCOIS OZON: Wenn Sie den Begriff positiv meinen, gern. Der Film erzählt die Erfolgsstory einer Frau, die ihren Kopf durchsetzt und sich eine eigene Welt fern der Realität aufbaut. Im Gegensatz zu Elizabeth Taylors Roman, den ich fünf bis sechs Mal gelesen habe, zeichne ich die Figur sympathisch, mache sie nicht lächerlich. Angel, angelehnt an die Schriftstellerin Marie Correlli, sollte anfänglich nicht unbedingt eine Schönheit sein. Beim Casting entschied ich mich dann für eine sexy Ausstrahlung, so wie Vivien Leigh als Scarlett O'Hara in "Vom Winde verweht" mit ihren sehr zwiespältigen Gefühlen.

Ich spiele mit dem Genre Melodram und lasse lustvoll kein Klischee aus, bediene mich der Ironie. Die Figur ist aber auch sehr modern. Sie lügt in Bezug auf ihre Herkunft und strebt nach Erfolg. Heute will doch auch jeder berühmt sein, stürmen ganz normale Leute in Reality Shows und suhlen sich in zehn Minuten Aufmerksamkeit, auch wenn der Absturz folgt. Wir lügen alle, dass sich die Balken biegen - sei es über Alter, Beziehungen oder Geld. In jeder Zeit und jedem Jahrhundert schaffen Menschen sich ihre eigene Fantasiewelt.

Bei der Arbeit: Francois Ozon am Set zu Großansicht

Bei der Arbeit: Francois Ozon am Set zu "Angel - Ein Leben wie ein Traum" (Foto: Concorde)

Die ist bei Ihnen sehr stylish inszeniert.

Wie alle meine Filme. Ich liebe es, in Farben, Kostümen und opulenter Ausstattung zu schwelgen und musste nicht historiengetreu sein. Diesmal habe ich mich an den Vierziger- und Fünfzigerjahren und starken Frauen wie Joan Crawford orientiert. Mit diesen traumhaften Filmen bin ich groß geworden.

Ich hätte auch auf eine Nähe zu Todd Haynes getippt.

Ich mag ihn und seine Bilderwelten, aber wollte nicht so etwas wie "Dem Himmel so fern" machen. Mir schwebte mehr Douglas Sirk vor mit seinen Themen und der modernen Sicht auf das Melodram. Deshalb jongliere ich mit verschiedenen Ebenen und setze auf die Intelligenz der Zuschauer.

 
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