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Reich, Naefe und Ferres

"Hühner sind divenhafter als Hollywoodstars"

Nach einem Bestseller von Cornelia Funke haben Produzentin Uschi Reich und Regisseurin Vivan Naefe mit "Die wilden Hühner" ein liebenswertes Kinderabenteuer auf die Leinwand gebracht. Zusammen mit Veronica Ferres, die im Film eine allein erziehende Taxifahrerin spielt, erzählen sie von der Entstehung des Films und Zwischenfällen bei den Dreharbeiten.

Meist ein Herz und eine Seele: die fünf wilden Hühner (Foto: Constantin) Großansicht

Meist ein Herz und eine Seele: die fünf wilden Hühner (Foto: Constantin)

» Was hat Sie dazu veranlasst, den Film "Die wilden Hühner" zu machen?

USCHI REICH: Mich hat die Arbeit mit den Kindern gereizt. Obwohl die Dreharbeiten anstrengend und oft schwierig sind, bringen Kinder ganz andere Qualitäten als Erwachsene mit. Man fragt erwachsene Schauspieler immer, ob es schwierig sei, mit Kindern zu drehen - ich finde aber, dass sie eher von den Kleinen lernen können, nämlich unglaubliches Engagement und Direktheit.

Ich finde außerdem, dass sich Team und Schauspieler besser benehmen, wenn Kinder dabei sind. Sie wissen, dass die Kinder bei Streit und Eifersüchtelein unsicher werden und dann nicht mehr so spielen können, wie sie sollten.

VIVIAN NAEFE: Uschi Reich und ich sind schon lange in Kontakt und wollten immer einmal etwas gemeinsam machen. Vor zwei Jahren hat sie mir dann die Bücher von "Die wilden Hühner" in die Hand gedrückt und ich wusste sofort, dass das hundertprozentig etwas für mich ist.

VERONICA FERRES: Uschi Reich hat mir von dem Projekt erzählt und Vivian Naefe hat mir gesagt, wie sie meine Figur sieht - eine allein erziehende Taxifahrerin, die ihr Privatleben nicht auf die Reihe kriegt. Sybille ist ziemlich chaotisch und in ihrem Leben zwischen Beruf, dem Dasein als Mutter und als Vaterersatz ständig überfordert. Das hat für mich eine große Aktualität und ein Identifikationspotenzial, was mich sehr gereizt hat.

Zeigte den Mädchen beim Dreh, wo es langgeht: die Regisseurin Vivian Naefe (Foto: Constantin) Großansicht

Zeigte den Mädchen beim Dreh, wo es langgeht: die Regisseurin Vivian Naefe (Foto: Constantin)

» Hatten Sie als Kind auch eine Clique wie die wilden Hühner?

FERRES: So eine Bande hatte ich nicht - dafür aber zwei ältere Brüder. Bei deren Jungsbande wollte ich immer dazugehören und lief jahrelang mit Latzhose und Schiebermütze herum. Das war für meine Geschwister natürlich uncool - die kleine Schwester, die ihnen immer nachrennt. Wenn ich mal bei meinen Brüdern dabei sein durfte, musste ich Mutproben bestehen, wie zum Beispiel von einer hohen Ziegelmauer springen, Wache schieben oder etwas aus der Küche stibitzen.

REICH: Ich war auf einer Jungenschule mit nur drei Mädchen; ich hatte also keine solche Clique. Was ich bei den wilden Hühner so toll finde, ist, dass sie den Alltag miteinander leben - das hätte ich auch sehr bereichernd gefunden.

NAEFE: Ja, ich hatte eine Clique, wir waren aber nicht so cool. Das Tollste für uns war, Hütten im Wald zu bauen und zu Hause Lebensmittel zu klauen, um in unserem Wald-Zuhause etwas zu essen zu haben. Den Jungs Streiche zu spielen - davon haben wir immer nur geträumt.

 
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