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Jack Black im Interview

"Ich bin ein Entertainer"

John Belushi hat seinen Erben. Mit Nebenrollen wie in "High Fidelity" wurde Jack Black zum Geheimtipp, mit seinem Rock-Duo Tenacious D zum Kult. Der Film "School of Rock" macht den 33-Jährigen jetzt zum neuen Komödienstar.

Rockt das Haus: Jack Black (Foto: UIP) Großansicht

Rockt das Haus: Jack Black (Foto: UIP)

» Sie spielen fast nur in Komödien. Gar keine Lust auf ernste Stoffe?

JACK BLACK: Es ist komisch, aber vor kurzem wurde ich gefragt, ob ich Gandhi spielen möchte. Gandhi Two - Electric Bugaloo. Regie führt Weird Al Yankovic, der mit seinen Song-Parodien bekannt wurde. Jetzt will er endlich seinen Horizont erweitern. Ernsthafter geht es nicht.

» Sie selbst haben schon einen weiten Horizont: In"School of Rock" zeigen Sie Ihre Talente als Rockmusiker. In der Realität sind Sie Mitglied des Duos Tenacious D - in Ihren Worten "die beste Band der Erde".

Daran werden die Historiker eines Tages keinen Zweifel lassen.

Mit Amanda Peet und Steve Zahn in Großansicht

Mit Amanda Peet und Steve Zahn in "Zickenterror - Der Teufel ist eine Frau" (Foto: Columbia TriStar)

"WIR SPIELEN EINE KOMBINATION AUS FOLK, ROCK UND COMEDY"

» Aber warum kennt das deutsche Publikum die beste Band des Planeten nicht?

Das ist eines der großen Mysterien dieser Erde. Wahrscheinlich, weil uns die Leute nicht im Fernsehen gesehen haben. Wir hatten eine Serie auf dem amerikanischen Pay-TV-Kanal HBO.

» Und was haben wir verpasst?

Wir spielen eine Kombination aus Folk, Rock und Comedy. So wie Cheech und Chong. Wir sollten einfach bei euch Konzerte geben. Vielleicht kriegen wir die Scorpions als Vorgruppe.

An der Seite von John Cusack in Großansicht

An der Seite von John Cusack in "High Fidelity" (Foto: Buena Vista)

» Glauben Sie, die würden das mitmachen?

Sie müssten nur wissen, dass es gut für sie ist. Allerdings spielen wir nur Akustikgitarre. Die müssten sich also umstellen. Aber warte, ich habe eine andere Idee: Wir steigen in den nächsten Flieger und kommen zu Ihnen nach Hause. Wir sind zum Lunch da und spielen Ihnen ein privates "concerto". Sie werden von den Socken sein und dann können Sie es allen Menschen in Deutschland sagen.

» Was ist überhaupt das Tolle am Rockstar-Dasein. Groupies?

Ich bin seit Jahren mit meiner Freundin zusammen. Da kommt so etwas nicht in die Tüte.

Neben Colin Hanks in Großansicht

Neben Colin Hanks in "Nix wie raus aus Orange County" (Foto: UIP)

"AUF DER BÜHNE BIN ICH NICHT ICH SELBST. DA SPIELE ICH NUR EINE ROLLE"

» Aber in Ihren Songs schwärmen Sie doch vom Sex mit Ihren weiblichen Fans.

Einige davon hat meine Freundin mitgeschrieben. Auf der Bühne bin ich ja nicht ich selbst. Da spiele ich nur eine Rolle. Sonst bin ich schüchtern.

» Vorerst kennen wir Sie aber nur als Schauspieler. Könnten Sie sich überhaupt zwischen Film und Musik entscheiden?

Sie meinen, ich soll Sophies Entscheidung treffen? Welches meiner beiden Kinder lasse ich leben und welches lasse ich sterben? Oh nein. Nicht mit mir. Nur über meine Leiche.

Think Big: Black mit Gwyneth Paltrow in Großansicht

Think Big: Black mit Gwyneth Paltrow in "Schwer verliebt" (Foto: Fox)

» Aber als Schauspieler verdienen Sie mehr Geld. Mittlerweile kassieren Sie Millionengagen.

Darüber rede ich lieber nicht so gern. Als das zum ersten Mal in der Presse stand, dachte ich, jemand würde planen, mich zu kidnappen, um an mein bisschen Geld zu kommen.

» Sie leben in einem Zustand ständiger Angst?

Es ist besser geworden. Mit dem ganzen Geld habe ich eine große Mauer um mein Grundstück gebaut - mit Löchern drin, damit ich sehen kann, wer kommt. Ich muss mich ja vor meinen unbekannten Feinden schützen können.

Fasziniert vom magischen Amulett in Großansicht

Fasziniert vom magischen Amulett in "Die unendliche Geschichte 3" (Foto: Warner)

"DIE EINZIGE, MIT DER DIE FUNKEN FLOGEN, WAR GILLIAN ANDERSON."

» Vielleicht auch vor verflossenen Geliebten? In Ihren Filmen hatten Sie so attraktive Partnerinnen wie Gwyneth Paltrow oder Amanda Peet.

Die einzige, mit der die Funken flogen, war Gillian Anderson. Bei "Akte X", wo ich in einer Episode mitspielte, wurde es ziemlich ernst. Das war für jeden offensichtlich, der die Folge gesehen hat. Aber jetzt leugnet sie alles. Sie beantwortet nicht mal meine E-Mails.

» Nachdem Sie mit "School of Rock" solche Erfolge feiern, ändert sie vielleicht ihre Meinung.

Vielleicht. Aber ich habe diese großen Hauptrollen gar nicht mal so gern. Wenn das ganze Ding auf deinen Schultern ruht, ist das eine verrückte Verantwortung. In den Augen der Leute hängt der Erfolg oder Misserfolg eines Films von meiner Person ab. Das macht mir nur Angst. Ich spiele viel lieber den lustigen Kerl, der nur ein paar Szenen hat - aber das sind die witzigsten im ganzen Film.

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"School of Rock": Musikunterricht mal anders (Foto: UIP)

» Gibt es Situationen, wo Sie ganz ernst werden?

Ich habe Ihnen doch ein paar ernsthafte Antworten gegeben, oder?

» Ein paar schon, aber...

Ich habe eben das Image eines Clowns. Dafür muss ich eben etwas tun.

» Würden Sie es ändern wollen?

Mein Image ist mir egal. Ich bin ein Entertainer. Alles was unter diese Rubrik fällt, ist gut. Ich würde auch Dramen spielen, wenn man mich lässt. Die Verführerrolle von John Malkovich in "Gefährliche Liebschaften" - so etwas wäre mein Traum.

Rüdiger Sturm, 04.02.2004, 11:53
 
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