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Daniel Brühl im Interview

Ich hätte es auch getan

Der Durchbruch gelang ihm mit dem Kinoerfolg "Schule" von Marco Petry. Für seine außerordentliche schauspielerische Leistung, unter anderem in Hans Weingartners "Das weiße Rauschen", wurde der frischgebackene Wahlberliner vergangenes Jahr mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller geehrt. Vor kurzem sorgte er mit "Good Bye, Lenin!" auf der Berlinale für aufsehen.

Deutschlands Shooting-Star Daniel Brühl Großansicht

Deutschlands Shooting-Star Daniel Brühl

» Was hat Dich an der Rolle gereizt?

DANIEL BRÜHL: Was ich wahnsinnig reizvoll finde, sind Figuren, die so an der Kippe stehen, die beides haben, zugleich tragisch und komisch sind. Dann finde ich es spannend, komische Szenen,wie es sie in "Good Bye, Lenin!" ja mit Alex und Denis zuhauf gibt, komisch zu machen, ohne sie unbedingt komisch zu spielen: also den Slapstick-Faktor minimal halten, stattdessen ganz normal spielen und die Komik der Situation wirken lassen.

Den Wechsel zwischen Komik und Tragik, den hat Wolfgang Becker toll gelöst. Er bietet nie blöden Slapstick und reinen Klamauk, sondern immer intelligenten Humor.

» Was ist besonders symphatisch an Alex?

Ich bin auch so ein Familientyp und konnte seine Sorge um die Mutter total nachvollziehen. Ich glaube, wenn es bei meiner Mutter um Leben und Tod ginge, dann hätte ich es auch getan. Wahrscheinlich wäre ich dabei nicht so ein cooler Lügner gewesen. Am besten lässt sich Alex beschreiben als Matrose auf einem Boot, das Leck schlägt, und der nun damit beschäftigt ist, ein Loch nach dem anderen zu stopfen.

Daniel Brühl hält die DDR am Leben

Daniel Brühl hält die DDR am Leben

» Und wie hat man Dich zum Berliner gemacht

Ich habe mit einem Sprachcoach Berlinerisch trainiert. Mir war es wichtig, den Dialekt nur leicht anklingen zu lassen, eine leichte Färbung reinzubringen. Wolfgang hat mich mit unerhört viel Material versorgt, viel Musik, viel DDR-Musik, die ich mir im Urlaub angehört habe.

Und ich habe mir die ganzen geschichtlichen Abläufe genau angeschaut, die ich damals - ich war acht Jahre alt - zwar Zuhause mitgekriegt habe, aber nicht wirklich verstanden habe, weil ich doch zu jung war.

Margret Köhler, 19.02.2003, 11:33
 
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