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"Ich spiele keine schwachen Frauen!"
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In "Flight Plan" begibt sich Foster verzweifelt auf die Suche nach ihrer Tochter (Foto: Buena Vista)
» In Ihrem letzten großen Film, "Panic Room", spielten Sie eine Mutter, die ihre Tochter beschützen muss. In "Flight Plan" ist die Konstellation ähnlich. Warum fühlen Sie sich zu solchen Geschichten hingezogen?
JODIE FOSTER: Offenbar spielt da eine unbewusste Vorliebe hinein. Hinzu kommen rein praktische Gründe. Ab Ende 30 kriegst du auf einmal immer mehr Mutterrollen angeboten, weil du ab diesem Alter in der Regel auch selbst Kinder hast. Ich würde allerdings die beiden Filme nicht miteinander vergleichen.
"Panic Room" war sehr technikorientiert, und man sah die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. "Flight Plan" dagegen ist viel psychologischer angelegt, und alles wird nur aus dem Blickwinkel einer Person gezeigt. Der Zuschauer soll die gleichen Erfahrungen durchmachen.
» Ursprünglich war diese Rolle für einen Mann geschrieben. Störte Sie das nicht?
Nein, so etwas ist sehr häufig in unserer Branche. Genauso kriegen männliche Schauspieler Drehbücher zu lesen, die ursprünglich für Frauen angelegt sind.
Abgesehen davon war die Figur nicht der typische Machoheld, sondern ein Mann, dem seine Tochter alles bedeutet. Das Verhalten, das er in manchen Situationen an den Tag legt, war aber eher typisch für eine Frau. So gesehen war es fast logisch, dass die Geschichte umgeschrieben wurde.
» Jetzt fügt sich die Figur nahtlos in das Kabinett Ihrer Heldenrollen. Wollen Sie nicht mal einen völlig anderen Charakter spielen?
Ich variiere meine Rollen schon. Nehmen Sie nur "The Dangerous Lives of Altar Boys", wo ich als fiese Nonne mit Holzbein zu sehen bin. Aber es gibt ein Grundmuster, das stimmt. Ich kann keine schwachen Frauen spielen. Und meistens sind es Thriller oder Dramen. Dabei würde ich liebend gern wieder mal eine Komödie wie "Maverick" machen. So etwas bekomme ich leider momentan nicht angeboten, vielleicht weil mich die Regisseure nicht in solchen Rollen sehen.
» Warum drehen Sie nicht mehr Filme? "Panic Room" ist ja auch schon drei Jahre her.
Es gibt Schauspieler, die von einem Film zum nächsten springen. Das tat ich auch in jüngeren Jahren, aber diese Art von Leben mag ich nicht mehr.
Filme nehmen dir auch viel. Zwar genieße ich Dreharbeiten, aber in dieser Zeit kannst du nicht mehr normal leben. Du liest keine Zeitungen, du weißt nicht, welche CDs gerade herauskommen. Du bist völlig besessen von deinem Job, und das musst du auch sein, sonst kannst du ihn nicht gut machen.
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Jodie Foster produzierte und führte Regie bei "Familienfest - und andere Schwierigkeiten" (Foto: Concorde)
» Sie arbeiten auch selbst immer wieder als Filmemacherin. Sind Sie sich daher nicht versucht, Ihren Regisseuren dreinzureden?
Nein, denn meine Aufgabe ist es, ihrer Vision zu dienen. Es hat aber Vorteile, die Dinge aus der Regieperspektive zu sehen. Ich weiß, warum Einstellungen auf eine bestimmte Weise gedreht werden müssen, wie Stimmungen aufgebaut werden.
Je besser ich verstehe, was ein Regisseur vorhat, desto einfacher ist es für mich, seine Wünsche zu erfüllen. Manche Schauspieler mögen das nicht, denn es nimmt ihnen etwas von der Magie ihres Jobs. Für mich ist es genau umgekehrt. Ich lasse meinen Intellekt immer eingeschaltet.
| Nachgefragt bei Robert Schwentke |
Von Berlin nach Los Angeles: Robert Schwentke, Deutschlands Regie-Shootingstar in der Traumfabrik, über seinen großen Karrieresprung und die Zusammenarbeit mit Oscar-Preisträgerin Jodie Foster.
» Wie wird man Regisseur in Hollywood?
ROBERT SCHWENTKE: Es ist nicht so, dass ich einen Plan gehabt hätte. Aber "Tattoo" kam auf amerikanischen Festivals gut an, sodass ich eine gute Managementfirma und Agentur fand. Die sagten sich: Den schießen wir aus der Kanone. Und weil Hollywood gern neue Leute entdeckt und "Tattoo" in der Branche als Insidertipp galt, konnte ich bald wegen verschiedener Projekte verhandeln.
» Innerhalb von zwei Jahren drehten Sie schon den ersten Film. Andere Ihrer deutschen Kollegen taten sich in den USA wesentlich schwerer.
Mir kommt sicherlich zugute, dass ich zehn Jahre in den USA gelebt habe und dort auf die Filmhochschule gegangen bin, sodass ich die Mentalität gut kenne. Entscheidend ist auch, dass du dich auf Meetings extrem gut vorbereitest. Für meine erste Projektbesprechung hatte ich ein siebenseitiges Exposé erstellt. Die Produzenten in Hollywood erwarten von dir eine klare Vision eines Films. Und ich liebe das Filmemachen; diese Begeisterung überträgt sich.
» In Deutschland war so etwas nicht möglich?
Unmittelbar bevor ich nach Hollywood ging, hagelte es Absagen für mein drittes deutsches Projekt. Ich konnte kaum noch meine Miete zahlen. Aber künftig möchte ich schon auch wieder deutsche Filme machen.
» Wie war die Zusammenarbeit mit Jodie Foster?
Jeden Tag überraschte sie mich mit ihrer Hingabe an die Arbeit. Nie zeigte sie irgendwelche Allüren. Wie sie diese emotionalen Szenen spielte, war Wahnsinn. Wenn du siehst, wie so etwas entsteht, ist das viel spannender als im Kino.
Rüdiger Sturm, 11.10.2005, 11:21
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