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"Jeder Russe unter 40 kennt meine Filme"
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"Wächter des Tages" braucht den Vergleich mit US-Genre-Klssikern wie "Matrix" und "Blade" nicht zu scheuen (Foto: Fox)
» Hat "Wächter des Tages" das Zeug, noch einmal so für Aufsehen zu sorgen, wie 2005 "Wächter der Nacht", Teil eins Ihrer Trilogie?
TIMUR BEKMAMBETOV: Auf jeden Fall, denn obwohl sich beide Filme auf den ersten Blick gleichen, so unterscheiden sie sich doch wie Licht und Dunkelheit voneinander. Es sind zwei Seiten desselben Films. "Wächter der Nacht" war sehr aggressiv, kraftvoll und provozierend. Davon ist auch in "Wächter des Tages" noch etwas zu spüren, doch dieses Mal steht eine größere Offenheit im Mittelpunkt - denn es geht um Freiheit.
» Die dunkle Seite und damit die Kräfte des Bösen stehen für Freiheit?
Ja. Es ist doch so, dass jeder Mensch zwei unterschiedliche Ideen in sich trägt, zwei sich widersprechende Wünsche. Da ist die Vorstellung, Verantwortung für die Gesellschaft, für Familie und für Freunde übernehmen zu müssen. Das ist die helle, strahlende Seite unserer Natur. Aber zur gleichen Zeit wollen wir auch frei sein! Und das ist die dunkle Seite. Jeden Tag müssen wir Entscheidungen treffen. Jeder hat die Wahl, seine Freiheit zu behaupten oder den Bedürfnissen anderer zu dienen. Egal, wie wichtig oder unwichtig eine Entscheidung im Einzelfall ist: Jedes Mal hast du die Möglichkeit, das Gleichgewicht der Welt zu beeinflussen.
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Regisseur Timur Bekmambetov entführt seine Zuschauer mit "Wächter des Tages" zum zweiten Mal nach Moskau, wo sich Vampire und Hexer tummeln (Foto: Fox)
» In "Wächter des Tages" gerät Anton zwischen die Fronten. Auf der "dunklen Seite" steht sein Sohn, auf der "hellen Seite" die Frau, die er liebt. Wo steht der Zuschauer?
Direkt beim Helden - also mittendrin, zwischen den polarisierenden Welten. Auch er muss wie Anton permanent schwierige Entscheidungen treffen und bewegt sich mit ihm zwischen Gut und Böse.
» Ist das ein unlösbarer Konflikt?
Anton steckt von der ersten Minute an in einem Dilemma. Er selbst trägt diesen Widerspruch in sich. Konstantin Khabensky ist ein großartiger Schauspieler, der den Konflikt von Anton perfekt verkörpert - ohne einseitig nur traurig oder nur heldenhaft zu sein. Anton ist neugierig, aber auch unsicher. Er ist auf der Suche nach sich selbst und ist keineswegs verrückt. Ein Typ, in dem sich viele wiederfinden können.
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