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Judi Dench kämpft gegen alte Nacktszenen
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Wenn's um die eigene Vergangenheit geht, versteht Judi Dench keinen Spaß (Foto: Buena Vista)
Mit diesen Worten haben schon viele Stars ihre unrühmlichen ersten Schritte im Filmgeschäft zu verteidigen versucht - die Liste reicht von uns Sascha Hehn und dessen Griechenlanderfahrungen in "Nackt und heiß auf Mykonos" über Cameron Diaz' kürzlich aufgetauchte Nacktfotos bis zu Sylvester Stallones handfestem Porno "The Party at Kitty and Stud's".
Da sollte sich Judi Dench doch eigentlich glücklich schätzen: Die Grand Dame des britischen Kinos, dem Popcorn-Fan auch als derzeitige Chefin von James Bond bekannt, will zwar das Erscheinen eines ihrer frühen Filme auf Video verbieten. Doch "Langrishe Go Down" ist kein peinlicher Fehltritt auf dem Weg nach oben, sondern ein wunderbarer, feinfühliger Fernsehfilm aus dem Jahr 1978 nach einem Roman von Aidan Higgins.
Aber bitte mit Sahne!
Stein des Anstoßes für die edle Judi: In einer Szene läuft sie völlig nackt durch einen alten englischen Landsitz, in einer anderen reibt Jeremy Irons ihre Brüste mit Baiser-Masse ein.
David Jones inszenierte 1978 das Melodram um die Liebe zwischen einem deutschen Philosophiestudenten (Irons) und einer verarmten, vaterlosen Landbewohnerin (Dench) im Großbritannien der 30er Jahre. Der Regisseur zeigt sich angesichts des späten Wutausbruchs seiner Darstellerin verwundert:
"Ich finde, dass 'Langrishe Go Down' Judis bester Film ist: Sie ist schön, sinnlich, leidenschaftlich, spielt mit großem Körpereinsatz und ist dabei auch noch unheimlich witzig. Sie und Jeremy waren einfach großartig. Und die fraglichen Szenen sind absolut nicht voyeuristisch oder bloßstellend. Es tut mir leid, dass Judi jetzt Probleme damit hat."
Produzent Max Rosenberg meinte nur knapp: "Ich habe schon mit ihr gesprochen. Damals hatte sie keinerlei Bedenken wegen der Nacktszenen, heute will sie davon nichts mehr wissen. Aber es gibt nichts, was sie gegen die Videofassung tun kann."
Falls Judi das anders sieht, werden sich beide Parteien wohl bald die branchenübliche Schlammschlacht vor Gericht liefern.
Boris Sunjic, London, 16.12.2003, 18:35
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