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Menschenversuch

Jürgen Vogel wagt riskantes Experiment

Das Jugendbuch "Die Welle", Pflichtprogramm für viele Schüler im Deutsch- und Geschichtsunterricht, wird verfilmt.

Lehrer mit Zahnlücke: Jürgen Vogel (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Lehrer mit Zahnlücke: Jürgen Vogel (Foto: Kurt Krieger)

Jürgen Vogel spielt den engagierten Geschichtslehrer, der in seiner Klasse den Nationalsozialismus behandelt. Die Jungen und Mädchen können nicht verstehen, wie sich in Deutschland ein faschistisches Regime entwickeln konnte. Sie glauben nicht, dass eine derartige Manipulation der Massen heutzutage noch möglich wäre.

Um seinen Schülern die Funktionsweise faschistischer Gruppen näher zu bringen, startet der Pädagoge ein Experiment: "Die Welle". So nennt er eine fiktive autoritäre Gruppe, der sich die Schüler anschließen. Mit den Leitsätzen "Macht durch Disziplin! Macht durch Gemeinschaft! Macht durch Handeln!" werden alle Mitglieder gleich berechtigt. Zunächst läuft alles nach Plan und Außenseiter können sich auf einmal profilieren. Doch dann gerät das Experiment aus dem Ruder und "Die Welle" droht überzuschwappen ...

Wahre Begebenheit

Die Regie des Jugenddramas übernimmt Dennis Gansel, der sich mit "Napola - Elite für den Führer" bereits 2004 mit der NS-Zeit auseinander gesetzt hat. Er adaptiert auch die Romanvorlage von Morton Rhue. Als Schüler von Jürgen Vogel sind die Nachwuchsschauspieler Marco Bretscher-Coschignano, Thommy Schwimmer und Karoline Teska zu sehen. Die Dreharbeiten beginnen dieser Tage in Berlin.

"Die Welle" basiert auf einem wahren Fall: 1968 versuchte ein Lehrer an einer High School in Kalifornien, durch dieses Experiment das Verhalten der Menschen während des Nationalsozialismus zu erklären. 1981 wurde der Stoff zum ersten Mal für das US-Fernsehen verfilmt.

sto, Berlin, 03.07.2007, 15:46
 
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