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Biopic

Keanu Reeves als Superman

Selbstmord oder Mord?

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Keanu Reeves: Tauscht er den schwarzen Ledermantel gegen ein rotes Cape? (Foto: Kurt Krieger)

Diese Frage ist bei George Reeves bis heute ungeklärt. Der erste Superman-Darsteller erlangte mit seinen Fernsehauftritten im roten Cape in den 50er Jahren Kultstatus. Doch am 16. Juni 1959 nahm sein Leben ein jähes Ende: Im Alter von 45 Jahren jagte sich Reeves in seiner Wohnung in Beverly Hills angeblich selbst eine Kugel in den Kopf.

Seitdem ranken sich unzählige Verschwörungstheorien um den Tod des TV-Superhelden. Der Grund: Er hatte jahrelang eine Affäre mit Toni Mannix, der Ehefrau des mächtigen Studiomanagers Eddie Mannix, der für den Hollywood-Riesen Metro Goldwyn Mayer arbeitete.

Eine Story wie diese schreit natürlich nach einer Verfilmung. Aufgegriffen hat den Stoff der "Sopranos"-Regisseur Allen Coulter. Er plant ein Biopic über George Reeves mit dem Titel "Truth, Justice and the American Way". Bei Coulters Vorgeschichte darf man davon ausgehen, dass er die Theorien einer Mafia-ähnlichen Racheaktion an Reeves genüsslich ausspinnen wird.

Namenskarussell

Als Hauptdarsteller für das Projekt waren schon Hugh Jackman, Ben Affleck und Dennis Quaid im Gespräch gewesen. Doch jetzt sieht es so aus, als könnte ausgerechnet ein Namensvetter des großen George seine Rolle übernehmen: Keanu Reeves steht derzeit in Verhandlungen mit Regisseur Coulter. Sollte der "Matrix"-Star passen, steht angeblich Ringe-König Viggo Mortensen bereit.

Drehstart für das Projekt ist bereits im März oder April in Los Angeles. Bis dahin sollte auch klar sein, ob Benicio Del Toro eine weitere wichtige Rolle übernimmt. Der "Traffic"-Star soll Lamar Moglio spielen, den Anwalt, den die Mutter von George Reeves im Film engagiert, um den mysteriösen Tod ihres Sohnes untersuchen zu lassen. Del Toro hat seine Zusage einmal mehr von einigen Änderungen am Drehbuch abhängig gemacht, die seine Rolle betreffen.

Um die Rolle von Reeves' gefährlicher Liebschaft Toni Mannix buhlen angeblich Sharon Stone und Annette Bening. Naomi Watts aus "The Ring" soll dazu Reeves' spätere jüngere Geliebte Lenore Lemmon spielen, für die der Superman-Darsteller die Gattin des Hollywood-Bosses sitzen ließ.

Man munkelt, der große Eddie Mannix habe zwar gerade noch damit leben können, dass Reeves ihm Hörner aufgesetzt hatte. Dass der Superman-Darsteller dann aber auch noch die Frechheit besaß, seine Gattin gegen eine jüngere Geliebte auszutauschen, sei des Guten zuviel gewesen - und habe Reeves letztendlich das Leben gekostet.

Nebenbei bemerkt: George Reeves ist weder verwandt noch verschwägert mit Keanu Reeves oder gar Christopher Reeve, dem späteren "Superman"-Darsteller in den Kinofilmen der 70er und 80er, der später nach einem Reitunfall eine Querschnittslähmung erlitten hat. George Reeves ist nämlich nur ein Künstlername, der Fifties-Star hieß mit bürgerlichem Namen George Keefer Brewer.

Boris Sunjic, Los Angeles, 23.12.2003, 16:51
 
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