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Kingsley als "Dr. Tod" ?
Oscarpreisträger Ben Kingsley ("Gandhi") könnte schon bald eine der kontroversesten Figuren des amerikanischen Gesundheitswesens verkörpern. Die Dokumentarfilmerin Barbara Kopple plant, die Lebensgeschichte von Dr. Jack Kevorkian zu verfilmen. Kingsley wäre ihre Wunschbesetzung für den Mann, der als "Dr. Tod" weltweit für Schlagzeilen sorgte.
Kevorkian gelangte zu zweifelhaftem Ruhm, weil er nicht nur als ausgesprochener Unterstützer der aktiven Sterbehilfe auftrat, sondern in seinem Beruf als Arzt selbst bei unzähligen Selbstmorden assistierte. Er bekannte sich öffentlich zu 130 Fällen, in denen er unheilbar kranken Menschen die Möglichkeit verschafft hatte, schmerzfrei aus dem Leben zu scheiden.
Wegen eines Falles, in dem Kevorkian selbst dem Patienten eine tödliche Injektion verabreichte, wurde er zu einer 10-25 Jahre dauernden Haftstrafe verurteilt, die er momentan in einem Gefängnis in Michigan verbüßt. Der Arzt, der sich im Augenblick auf eine Revision seines Falles vorbereitet, sagte den Produzenten volle Unterstützung zu. Unter anderem will er dafür Zugang zu seinen persönlichen Unterlagen gewähren.
Thematische Neutralität
"Ich habe nicht vor, einen Film zu machen, der die Sterbehilfe glorifiziert. Es ist einfach die Geschichte eines außergewöhnlichen Lebens. Egal was man von Jack Kevorkian hält, er ist ein Genie. Seine Leben ist vielschichtig und faszinierend", sagte Steve Jones, einer der Produzenten.
"Der Film wird einen ehrlichen Blick auf die Wege werfen, die manche Leute beschreiten. Wir werden einen Mann zeigen, der unglaublich viel für das aufgab, woran er glaubt", so Jones weiter. Kopple, die für ihre Arbeit bereits zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, entwickelt derzeit ein Drehbuch anhand eines 300-seitigen Manuskripts. Dieses wurde von persönlichen Freunden des Arztes angefertigt.
Noch steht nicht fest, ob Kingsley die ihm angebotene Rolle tatsächlich übernehmen wird. Eines kann jedoch als sicher gelten: Der Film dürfte auch hierzulande zu heftigen Diskussionen führen. Schließlich ist das Thema "Euthanasie" gerade in Deutschland ein heißes Eisen.
mab, 21.10.2004, 16:30
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