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Geld über Bord!

Kinogenuss von Filmpiraten bedroht?

Im 16. Jahrhundert waren Piraten noch echte Kerle. Wind und Wetter trotzend und mit Kanonen und Enterhaken bewaffnet, gingen die Schrecken der Meere auf Beutezug und ruinierten so manchen rechtschaffenden Kaufmann. Und wie schon eine Volksweisheit besagt: Geschichte wiederholt sich!

Filmseeräuberin ohne Verbrechen: Geena Davis in Großansicht

Filmseeräuberin ohne Verbrechen: Geena Davis in "Die Piratenbraut"

Denn auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts zittern hart arbeitende Geschäftsleute wieder vor Piraten. Die sind zwar nicht mehr bis an die Zähne bewaffnet und haben es auch nicht auf goldene Münzen abgesehen. Trotzdem schädigen sie in jedem Jahr die Filmindustrie. Die Rede ist von Raubkopierern.

Die GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.) meldet in ihrem Jahresbericht 2002, dass der deutschen Film- und Videowirtschaft ein Umsatzverlust in Höhe von 354 Mio. Euro entstand. Das Alarmierende: Im Vergleich zu 2001 ist die Schadenssumme um 18,8 Prozent gestiegen - obwohl die Behörden in diesem Zeitraum immerhin 1576 Raubkopierer überführten und Geldbußen in Höhe von 475.900 Euro verhängten.

Welche Auswirkungen hat die Raubkopiererei nun aber auf die Filmschaffenden? Wird sich Steven Spielberg Special Effects-Orgien a la "Minority Report" in Zukunft abschminken müssen? Bekommt Martin "Slow-Cut" Scorsese nur noch ein halbes Jahr Zeit, um Filme wie "Gangs of New York" abzudrehen oder müssen die Wachowski-Brüder für "Matrix"- Material-Schlachten jetzt mit Mini-Budgets auskommen? Wohin die Reise letztendlich geht, bleibt abzuwarten.

München, 08.05.2003, 00:03
 
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