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Kirsten Dunst findet Depression normal

Stress, Burnout, Depression - wer nichts davon hat, ist schon fast die Ausnahme.

Kirsten Dunst in Großansicht

Kirsten Dunst in "Melancholia": "Keine Depression zu haben, ist nicht normal!" (Foto: Concorde)

Ob "normaler" Angestellter, Leistungssportler oder Fußballtrainer - der zunehmende Leistungsdruck macht vielen zu schaffen und führt immer häufiger zu psychischen Problemen verschiedener Ausmaße. Kirsten Dunst geht dabei sogar soweit, dass sie Menschen, die noch nie eine Depression durchlitten haben, für die Ausnahme hält.

"Ich glaube, dass die meisten Menschen irgendwann in ihrem Leben eine Art depressiver Phase durchmachen", erklärt die Schauspielerin. "Bei wem das nicht der Fall ist, den halte ich für ziemlich seltsam!"

Kirsten Dunst spielt in ihrem neuen Film, dem hochgelobten Weltuntergangsdrama "Melancholia" von Lars von Trier, eine depressive Frau. Zudem war sie 2008 selbst wegen Depressionen in einer Klinik in Utah in Behandlung - Dunst hatte seit ihrem Status als Kinderstar durch ihre frühe Rolle in "Interview mit einem Vampir" immer wieder mit psychischen Störungen zu kämpfen.

"Den Menschen ist es immer noch peinlich über eine solche Erfahrung zu sprechen", meint Kirsten Dunst. "Ich selbst würde niemals einen Menschen, der so etwas durchleiden musste, in irgendeiner Form abkanzeln oder abwerten!", so die "Spider-Man"-Schönheit.

Versöhnung im Angesicht der Apokalypse

Ob man dabei allerdings so weit gehen muss, Menschen abzukanzeln, die eine solche Erfahrung nicht gemacht haben, sei dahingestellt.

Kirsten Dunsts neuer Film "Melancholia" bietet jedenfalls für Betroffene und Nichtbetroffene gleichermaßen ein bereicherndes Kinoerlebnis: Regisseur Lars von Trier, der bei der Präsentation seines Films in Festival in Cannes mit unbedachten Hitlerkommentaren für einen Eklat sorgte, macht aus seinen eigenen depressiven Störungen ebenfalls keinen Hehl. Anders als der Titel vermuten lässt, bietet sein neuer Film um zwei Schwestern, die im Angesicht eines auf die Erde zustürzenden Planeten, der die Apokalypse bringen wird, aber ein lebensbejahendes Finale, wie man es noch nie in einem von Trier-Film gesehen hat.

Boris Sunjic, Los Angeles, 27.09.2011, 12:41
 
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