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Zickenterror

Knightley lästert gegen Silikon-Barbies

Mut zur Hässlichkeit hat in Hollywood nur dann Hochkonjunktur, wenn's um die Oscars geht.

Zeigte sich bisher selbst gern als offenherzige Schönheit: Keira Knightley (Foto: Buena Vista) Großansicht

Zeigte sich bisher selbst gern als offenherzige Schönheit: Keira Knightley (Foto: Buena Vista)

So pöbelte sich Charlize Theron als pickeliges, dickleibiges "Monster" zum Goldjungen und Nicole Kidman ließ sich das Alabaster-Antlitz für "Nicole Kidman" ebenfalls oscar-reif mit einer Hexennase verunstalten. Doch am Sunset Boulevard, wenn die Kameras ausgeschaltet sind, sind nach wie vor perfekte Körper Trumpf. Silikon, Botox, Fettabsaugen sei dank.

Doch Brit-Beauty Keira Knightley will von solcherlei Tuning nichts wissen: "Ich könnte nie in L.A. leben", stöhnt der Star aus "Fluch der Karibik". "Für ein junges Mädchen ist diese Stadt echt beängstigend. Man steht extrem unter Druck, diesem einen Frauentyp zu entsprechen: groß, blond, dürr und große Brüste!"

Implantate sind keine inneren Werte!

Dass so etwas ausgerechnet von Keira kommt, ist schon erstaunlich. Schließlich ist die Britin seit "Fluch der Karibik" und "King Arthur" heiß begehrt - nicht zuletzt dank atemberaubender Kostüme und naturgegebener weiblicher Anmut.

Aber damit soll jetzt Schluss sein: Einen ersten Vorgeschmack auf die neue Keira gibt der Thriller "The Jacket". Mit dunklen Augenringen und gehetztem Blick leidet sich Knightley neben Adrien Brody durch das Mystery-Stück. Und der Imagewandel hat Methode:

"Ich finde, dass Unzulänglichkeit viel interessanter ist als Perfektion", erklärt Knightley. "Jeder will heute perfekt sein, aber das ist so langweilig - denn es ist einfach nicht authentisch!"

"The Jacket" stieß zwar in den USA nur auf wenig Begeisterung, doch die Geschichte hat's in sich: Oscar-Gewinner Brody leidet als Golfkriegs-Veteran nach einer Schussverletzung am Kopf unter Amnesie. Als er des Mordes an einem Polizisten angeklagt wird, landet er in der Psychiatrie. Der Chefarzt (Kris Kristofferson) unterzieht ihn einer umstrittenen Therapie: Er pumpt ihn mit Psychopharmaka voll, steckt ihn in eine Zwangsjacke - daher der Titel - und sperrt ihn stundenlang in eine Aufbewahrungs-Schublade in der Leichenhalle.

Dort erlebt Brody Horror-Trips in die Zukunft und erfährt, dass er in vier Tagen sterben wird. Zusammen mit einer mysteriösen Frau (Knightley), der er ebenfalls in der Zukunft begegnet, versucht er seinem Schicksal zu entrinnen.

Dafür ist bei Keira natürlich in der Tat mehr Grips gefragt als eine Oberweite wie Britney - die Knightley übrigens schon auch gern hätte.

sun, Los Angeles, 30.03.2005, 17:39
 
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