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Monica Bellucci im Interview

Liebe machen und Milchkaffee

Sündiges Dekolleté, hypnotische Kulleraugen, feuerrote Saugnapflippen. Schlägt man im Lexikon unter "Sexappeal" nach, findet man ein Foto von Monica Bellucci. Nach ihrer Traumfrau-Rolle in "Der Zauber von Malèna" und der der mysteriösen Liebesdienerin in "Pakt der Wölfe" verkörpert Monica Belluci jetzt "Kleopatra" - und verdreht dabei garantiert nicht nur Caesar den Kopf...

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» Die Rolle der Kleopatra ist Ihnen ja wie auf den Leib geschrieben...

Monica Bellucci: Danke für die Blumen. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass mir die Rolle angeboten wurde. Kleopatra ist ja ein Mythos. Aber ich spiele sie eher als Karikatur mit viel Witz und Charme.

» Wie hat Ihnen denn Liz Taylor als Kleopatra gefallen?

Sie war wunderbar. Zum Glück musste ich ja nicht mit ihr konkurrieren, denn meine Kleopatra ist eine Comic-Version.

» Eine Version mit viel Sexappeal...

Damit habe ich kein Problem. Ich finde es sogar stimulierend, wenn Sex auf der Leinwand geschmackvoll und interessant dargestellt wird. Allerdings: Wenn jemand nur nacktes Fleisch ohne Sinn und Verstand zeigt, finde ich das vulgär.

» Sie sind in Città di Castello, einer Kleinstadt in Perugia, aufgewachsen. Wie denkt man dort über Sexappeal?

Ich hatte Freunde und Feindinnen: Jeder kennt jeden, es wurde viel getratscht. Die Männer pfiffen mir nach und die Frauen taxierten mich eifersüchtig, wenn ich über die Piazza ging.

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» Finden Sie es gut, wenn Männer Sie anhimmeln?

Das kommt ganz allein auf den Mann an.

» Welcher Typ Mann ist es wert, von Ihnen angehimmelt zu werden?

Einer, der Souveränität ausstrahlt. Männer in meinem Alter sind mir zu unreif und zu albern.

» Was macht einen Mann für Sie attraktiv?

Ich liebe es, wenn man mich überrascht. Ich mag Männer, die voller Energie und Vitalität sind. Sie müssen mir keine Juwelen und Diamanten schenken. Sie müssen das Leben lieben...

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» War Ihre Schönheit jemals ein Handicap für Sie?

Sie meinen, dass man mich zwar für gut aussehend, aber strohdumm hielt? Nein, eigentlich nicht. Natürlich will ich nicht abstreiten, dass einem ein guter "Look" anfangs bei der Karriere als Model oder Schauspielerin hilft. Aber dann kommt es darauf an, was man im Kopf hat.

» Stichwort "Besetzungscouch" - was fällt Ihnen dazu ein?

Nichts. Habe ich immer großräumig und gekonnt umgangen.

» Francis Ford Coppola hat Sie einfach so in seinem "Dracula"-Film besetzt?

Natürlich nicht einfach so. Er hat mich auf dem Catwalk gesehen und ein paar Fotos. Aber das war ja erst der Anfang. Danach musste ich mich erst wirklich beweisen. Schließlich ist nicht jedes Model auch eine gute Schauspielerin.

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» Wie pflegen Sie Ihre Topfigur? Machen Sie Workout oder halten Diät?

Nichts von alledem. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich einfach ein ausgefülltes Liebesleben habe.

» Sie sind seit über einem Jahr verheiratet. Denken Sie an Kinder?

In der Tat. Vincent (Cassel, Schauspieler; die Red.) und ich sind schon über fünf Jahre zusammen. Langsam wird es wirklich Zeit, an eine Familie zu denken.

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» Was ist Ihr kostbarster Besitz?

Meine Fähigkeit zu lieben - nicht nur Menschen. Ich liebe es, zu reisen. Ich liebe es, in Paris zu wohnen, ich liebe die Kunst, die Musik, Literatur. Lieben bedeutet für mich, neugierig sein. Und solange man liebt, bleibt man jung und schön. Das ist meine feste Überzeugung.

» Was ist Ihr größter Traum?

Ich will steinalt werden. Obwohl ich die Welt für einen ziemlich verrückten und ungesunden Platz halte, hoffe ich, dass ich noch lange da sein werde.

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» Schon einmal ans Klonen gedacht?

Nein, das käme für mich niemals in Frage. Ich würde ja nicht einmal einen so genannten Schönheitschirurgen an meine Haut lassen. Diesen Fortschrittswahn finde ich sowieso abstoßend. Denn geistig und moralisch leben die meisten doch noch im Mittelater.

» Beschreiben Sie einen perfekten Tag im Leben der Monica Bellucci.

Lange schlafen, mit meinem Mann Liebe machen und warme Croissants und Milchkaffee zum Frühstück. Das wäre schon einmal ein guter Start.

19.03.2002, 16:49
 
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