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"Mel Gibson kämpft mit seinen Dämonen"
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In "Der Biber" spricht Mel Gibson nur über eine Handpuppe mit Ehefrau (und Regisseurin) Jodie Foster (Foto: Concorde)
"Der Biber" läuft in Cannes, gerade drehen sie Polanskis "Der Gott des Gemetzels" in Paris. Sehen Sie sich manchmal eher als europäische Filmemacherin?
JODIE FOSTER: Es ist richtig. Ich bin zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, habe eine französische Schule besucht und viel Zeit in Frankreich verbracht. Aber ich bin durch und durch Amerikanerin und mache Filme über Amerika. Das ist meine Heimat, zu der ich eine starke Verbundenheit spüre. Die Vorstellung, dass du dich mit jedem kreativen Schritt neu erfinden kannst, mag ich sehr. Hier gibt es keine vorherrschende Aristokratie; jede Generation muss sich neu beweisen. Wobei ich natürlich in meinen Geschichten einen individuellen Blick auf die USA habe.
Die spezifisch amerikanischen Geschichten, die Sie in Ihren Filmen erzählen, drehen sich vor allem um Familien.
Ich interessiere mich ganz besonders für die Dynamik von Familien, wie ihre Mitglieder einander beeinflussen - und die künftigen Generationen. Das ist ganz anders als die Projekte, in denen ich als Schauspielerin zu sehen bin - wo sich eine Einzelperson durch eine sehr plotlastige Geschichte bewegt.
Aber Ihre Filme lassen sich nicht nur auf dieses Thema festlegen.
Nein, es geht immer auch um ein spirituelles Erwachen, um eine spirituelle Krise, mit der eine Figur fertig werden muss. Meistens liegt der Ursprung dieser Krise in der Einsamkeit - alle Figuren in "Der Biber" kämpfen dagegen an. Und sie erkennen, dass auch andere Menschen dieses Problem haben - was der Schlüssel zur Lösung ist.
Dafür fanden Sie eine, wie Sie sagten, "sehr formalistische, fast deutsche" Bildsprache. Warum diese Ästhetik?
Ich habe keine konkreten Vorbilder. Aber speziell die Anfangsteile sind sehr formalistisch. Hier geht es um einen einsamen, entfremdeten Mann. Dafür war ein sehr karger Look notwendig. Der unterstreicht auch die Ehrlichkeit des Films. Der besteht eben nicht aus spektakulären Einstellungen.
Spektakulär ist dagegen die Besetzung der Hauptrolle mit Mel Gibson.
Das ist richtig. Er ist viel mehr im Mainstream verankert. Aber er ist auch eine tiefgründige Person, die weiß, was es heißt, mit sich selbst zu ringen. Ich hatte mit ihm bei "Maverick" die beste Arbeitsbeziehung, die ich je mit einem Kollegen hatte, und wollte daher unbedingt wieder etwas mit ihm machen.
Befürchten Sie, dass seine privaten Probleme die Aufnahme des Films durch die Öffentlichkeit beeinträchtigen könnten?
Ich denke, der Film spricht für sich selbst, und seine darstellerische Leistung ist wunderbar. Wenn überhaupt, dann versteht man dank Mels persönliche Situation, dass man es hier mit einem Menschen zu tun hat, der mit seinen Dämonen kämpft.
Sie selbst sind als Schauspielerin nicht mehr so häufig zu sehen wie früher - auch wenn Sie hier noch die Rolle der Ehefrau übernommen haben.
Selbst das wollte ich ursprünglich nicht. Ich wollte nie wieder gleichzeitig vor und hinter der Kamera stehen. Aber ich wollte die dramatischen Nuancen vertiefen und dieser Ehe Gewicht verleihen. Ingesamt kann ich aber nicht mehr als Schauspielerin von Film zu Film springen wie früher. Wenn ich mich für ein Projekt entscheide, dann weil ich von dem Regisseur etwas lernen kann, ob einem Spike Lee, David Fincher oder jetzt einem Roman Polanski bei "Der Gott des Gemetzels". Denn ich möchte lieber mehr Filme als Regisseurin machen. Ich habe das erst dreimal getan, und ich will als Geschichtenerzählerin immer besser werden.
Wird noch etwas aus Ihrem lang geplanten Film über Leni Riefenstahl?
Ich glaube nicht. Für die Rolle selbst bin ich schon zu alt. Es gibt ohnehin ein deutsches Riefenstahl-Projekt. Für mich als Regisseurin ist das wohl nichts. Ich mache in der Regel keine historischen Filme. Da gibt es geeignetere Leute.
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