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News
Millionenklage gegen Michael Moore
Doku-Spezialist Michael Moore verwendete nämlich in "Fahrenheit 9/11", seiner Aufsehen erregenden Abrechnung mit der Regierung George W. Bushs, Ausschnitte aus einem NBC-Interview mit Peter Damon. Der Sergeant der Nationalgarde wurde im Irak schwer verwundet und verlor beide Arme.
Nun beschuldigt er Moore, sein TV-Interview für den Film grob verfälscht und seine ursprüngliche Aussage konterkariert zu haben. In "Fahrenheit 9/11" werde der Eindruck erweckt, Damon beschwere sich über den Krieg und die fadenscheinige Begründung der Regierung. "In Wirklichkeit bezog sich Damon im Original-Interview in den von Moore verwendeten Passagen auf die unerträglichen Schmerzen, die seine Verwundungen mit sich brachten", so der Anwalt des Soldaten.
85 Millionen für die Ehre?
Damon sei nämlich, so der Anwalt weiter, bis zum heutigen Tage für den Krieg und unterstütze den Präsidenten voll und ganz. Seine Darstellung in "Fahrenheit 9/11" dagegen habe für Damon einen immensen Verlust an Reputation und Ehre sowie tiefe emotionale Probleme verursacht.
Deshalb reichte Damon nun Zivilklage gegen Moore ein und will 85 Millionen Dollar Schadenersatz. Wenn Moore wie Damons Anwalt behauptet, tatsächlich keine Genehmigung für die Verwendung des Interviews einholte und man ihm anhand des im Schneideraum archivierten Filmmaterials Absicht nachweisen kann, hat diese Klage tatsächlich gute Aussichten auf Erfolg.
85 Millionen Dollar für eine angeblich verdrehte Aussage, für die Ehre und wegen emotionaler Probleme - das ist ein etwas anderes Kaliber als einige Tausend Dollar Invaliden-Rente für zwei im Staatsdienst verlorene Arme. Warum Damon sage und schreibe zwei Jahre seit der Veröffentlichung des Films still unter den Ungeheuerlichkeiten, die Moore ihm angetan haben soll, litt und nun erst Klage einreicht, ist unklar.
tw, Los Angeles, 01.06.2006, 16:58
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