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Gilliam im Gespräch

"Mir gefallen heftige Reaktionen"

Terry Gilliam drehte sein Traumprojekt "Tideland" parallel zu dem groß angelegten Film "Brothers Grimm". Weil die Produzenten sich weigerten, auch sein eigensinniges Werk "Tideland" zu bewerben, machte der außergewöhnliche Regisseur in den Straßen von New York mit einem Schild auf seinen Film aufmerksam. In den US-Kinos lief "Tideland" nur kurz, auf die deutschen Leinwände kam er gar nicht. Jetzt erscheint das umstrittene Drama über die Fantasiewelt einer Zehnjährigen auf DVD.

Die Verfilmung des Romans von Mitch Cullin erzählt eine Geschichte aus der Perspektive eines Mädchens (Foto: Concorde) Großansicht

Die Verfilmung des Romans von Mitch Cullin erzählt eine Geschichte aus der Perspektive eines Mädchens (Foto: Concorde)

» Welche Geschichten haben Sie Ihren Kindern vorgelesen?

TERRY GILLIAM: Die Märchen der Gebrüder Grimm. Das sind doch immer noch die besten Geschichten. Übrigens, in dem Haus, das wir für den Film verwendet haben, habe ich eine zensierte Kinderversion von "Rotkäppchen" gefunden. Der Wolf frisst darin überhaupt nicht die Großmutter. Diese Version des Märchens ergab gar keinen Sinn.

Es geht bei Märchen doch darum, dass es düstere Situationen gibt, aber letztendlich immer einen Ausweg. Dieser Optimismus ist das richtige Training, das Kinder für ihren späteren Lebensweg brauchen. Es ist wichtig, Kinder zu erschrecken.

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"Tideland" wurde in Deutschland nur auf dem Münchner Filmfest gezeigt, Gilliam-Fans mussten auf die DVD warten (Foto: Concorde)

» Vor was haben Kinder Angst?

Es sind die Dinge, die im Dunkeln passieren, wenn das Licht ausgeht und unheimliche Geräusche zu hören sind.

» Wie schaffen Sie es, sich für Ihre Filme in Kinder hineinzuversetzen?

Wenn ich einen Film mache, tauche ich vollkommen in diese Welt ein. Ich werde zwar nicht zu der Filmfigur, aber ich werde ihr ziemlich ähnlich. Ich versuche, für mich und die Schauspieler diese erstaunliche, unheimliche und fantasievolle Welt zu erschaffen. Im Endeffekt spielen wir wie Kinder. Wenn man es nicht schafft, mit einer gewissen Offenheit, Albernheit und einer gehörigen Portion Mut zu spielen, fehlt die Magie.

 
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