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Moore mit Anti-Blair-Film?
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Moore provoziert preisgekrönt: Für "Fahrenheit 9/11" gab's in Cannes Gold (Foto: Kurt Krieger)
Sequel-Mania heißt schon seit Jahren das Zauberwort der Traumfabrik, die US-Kassenschlager "Shrek 2" und "Spider-Man 2" sind aktuell bestes Beispiel für den schnellen Weg zum großen Geld mit recycelten Filmideen. Doch jetzt springt einer auf den Zug auf, der eigentlich zu den Independent-Regisseuren gehört: Michael Moore.
Die neueste Filmidee des Doku-Querulanten ist nämlich so etwas wie die Fortsetzung zur Anti-Bush-Propaganda "Fahrenheit 9/11", die derzeit politisch die Nation spaltet und ganz nebenbei auch noch die Kinokassen klingeln lässt. Diesmal soll statt George W. Bushs politischem Versagen nach dem 11. September 2001 das zwielichtige Verhalten des britischen Premiers und Bush-Verbündeten Tony Blair in der Irak-Frage im Mittelpunkt stehen. Moore äußerte unlängst, Blair trage "mehr Verantwortung für den Krieg im Irak als Bush."
Aus Spaß wird Ernst
Der Gedanke einer Anti-Blair-Doku ist allerdings nicht neu. Moore hatte ursprünglich den als Scherz gemeinten Plan in einem Interview erwähnt. Als seine Fans den Witz für bare Münze nahmen, dementierte Michael Moore das Projekt zunächst auf seiner Webseite.
Doch in einem Interview mit der BBC sagte Moore nun: "Schon möglich, dass ich es mache, denn ich finde Blair ist eine viel faszinierendere Figur als Bush. Blair ist nämlich kein Idiot, Blair ist clever. Daher ist sein Verhalten erst Recht unentschuldbar, denn er müsste es eigentlich besser wissen."
Die Kritik an Blair erreichte in England einen Höhepunkt, als sich im Juli letzten Jahres David Kelly, ein ehemaliger britischer Waffeninspektor im Irak, die Pulsadern aufschnitt. Kelly stand unter massivem Druck einer unabhängigen Untersuchungskommission. Diese prüfte, wie die Behauptung der Inspektoren zustande kam, nach denen Saddam Hussein innerhalb einer Dreiviertelstunde chemische und biologische Waffen einsetzen könne. Die BBC hatte zuvor berichtet, diese Behauptung sei nur auf Druck der Regierung in das Schlussdossier der Waffeninspektoren aufgenommen worden.
Boris Sunjic, London, 08.07.2004, 17:35
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