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Das Geheimnis des bahnbrechenden Erfolgs gründet auf vielen Faktoren. Da wären das Lokalkolorit der verschiedenen "Tatort"-Städte, eine Riege von scharfsinnigen, aber nicht unfehlbaren Charakterköpfen und das Aufgreifen von gesellschaftlichen Strömungen innerhalb der Handlungen. "Tatort ist Deutschland", hat Schriftsteller und Enfant Terrible Feridun Zaimoglu einmal gesagt. Und es nicht ansatzweise abwertend gemeint. Wie sollte er auch? Auch wenn der Kampf Gut gegen Böse fast immer ein Happy End hat: moderne Märchen sehen anders aus. Das Happy End ist die Auflösung des Falles. Die Tat macht das nicht ungeschehen.
Dass Fiktion und Realität im "Tatort" oft verschwimmen, ist ein früh erkannter und geschickt genutzter Kniff der Krimimacher. Man denke nur an den Aufschrei, der durch die Nation ging, als im 1977 gedrehten und jetzt auf DVD veröffentlichten "Reifezeugnis" die junge Nastassja Kinski ein Verhältnis mit ihrem Lehrer hatte. Damals ein Skandal. Heute ein Klassiker.
Faust auf Faust, Zahn um Zahn
Gleiches gilt für Götz George in seiner Rolle als Horst Schimanski. Als Raubein aus dem Ruhrpott sorgte der Duisburger Hauptkommissar ein ums andere Mal für Aufruhr vor dem Fernseher. Tadelloses Verhalten? Nicht mit ihm. Gepflegtes Auftreten? Wozu das denn? Seine Devise war Faust auf Faust, Zahn um Zahn. Das in der harten Schale auch ein weicher Kern steckte, merkte man dennoch. Etwa in "Das Mädchen auf der Treppe", seinem vierten Fall, in dem Schimmi als Ersatzvater wider Willen herhalten musste.
Ab dem 25. Februar kann man sich diese Folge endlich in digitaler Qualität nach Hause holen. Gleiches gilt für die "Tatort"-Highlights "Bienzle und das Narrenspiel" und "Viktualienmarkt". Denn zum 40. Jubiläum der deutschen Kriminalreihe werden nach und nach diverse Boxsets und Einzelfolgen auf DVD veröffentlicht.
Verbrechen schubweise
Anfang Dezember wurden unter anderem eine Odenthal- und eine Schimanski-Box, eine München- und eine Leipzig-Box veröffentlicht. Aktuell sind das "Reifezeugnis" oder "Wo ist Max Gravert" mit Gaststar Jürgen Vogel in den Handel gekommen.
Ende Februar folgt ein neuer Schwung. Dieser beinhaltet nicht nur die oben genannten Einzelfolgen, sondern auch eine Frankfurt-Box mit insgesamt drei Fällen aus der Main-Metropole und diverse Ermittler-Boxen mit je vier Fällen. Zwei Beamtenduos dürften dabei für besondere Freude sorgen: die Thiel/Boerne-Box mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl sowie die Batic/Leitmayr-Box mit Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec.
bdu, 08.01.2010, 10:11