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"Nach einer Scheidung fühlt man sich einsam"
» Das muss doch der Himmel auf Erden gewesen sein, in der Toskana zu drehen.
DIANE LANE:
Alle beneideten mich. Aber drei Monate sind eine lange Zeit. Da bin ich an einem der romantischsten Plätze der Welt und was passiert? Nach fünf Wochen packt mich schreckliches Heimweh nach meiner Tochter. Jede Nacht habe ich am Computer gesessen und ihr E-Mails geschickt und sie angerufen. Ich fühlte mich als Rabenmutter.
» Karriere, Mutter, Beziehung - wie bekommen Sie das auf die Reihe?
Manchmal ist es ein ziemlicher Spagat. Aber ich fühle mich als eine ganz normale, berufstätige Mutter. Nur bin ich mal lange weg, dann aber auch einige Monate zu Hause. Da hole ich alles nach, um meinem Kind die Nähe zu geben, die es braucht. Als Schauspielerin kann ich mich schließlich nicht jahrelang aus dem Geschäft zurückziehen.
» Manche Ihrer Kolleginnen zittern vor dem 35. Geburtstag. Sie erhalten die tollsten Rollenangebote und durften in "Untreu" sogar Richard Gere mit Olivier Martinez betrügen.
Dabei bin ich ein monogamer Mensch! Diesen Seitensprung haben mir einige Zuschauer ganz schön krumm genommen. Das mit dem Alter degegen sehe ich nicht so tragisch. Wir Frauen sollten nicht aus jedem Geburtstag ein Drama machen. Jungsein ist nicht nur eine Frage des Geburtsdatums, sondern des Herzens.
» Sie spielen eine Frau, die alles aufgibt und neu anfängt. Hätten Sie auch den Mut dazu?
Jeder von uns muss mal Enttäuschungen einstecken. Ich weiß, was man nach einer Scheidung empfindet. Frances ist total verletzt, fühlt sich in Italien einsam. Aber zu Hause wartet ja auch niemand. Es gibt immer Situationen im Leben, in denen wir plötzlich ausbrechen, uns in ein Abenteuer stürzen. Oft ist es eine spontane Entscheidung, und wir wissen überhaupt nicht, welche Lawine wir damit lostreten.
» Was heißt Erfolg für Sie?
In jeder Lebensphase kann man etwas anderes darunter verstehen. Man verändert sich schließlich. Mal steht die Karriere im Vordergrund, dann das Private. Mein größter Erfolg ist meine Tochter.
» Was halten Sie von dem Klischee coole Amerikanerin, feuriger Italiener?
In diesen Stereotypen liegt doch immer ein Körnchen Wahrheit. Die Italiener halten uns Amerikanerinnen für direkt und wir vergöttern sie als die geborenen Romantiker, die uns mit Charme umgarnen. Ist es nicht immer wieder spannend, wie Frauen und Männer aufeinander reagieren? Auch wenn wir das nur ungern zugeben - aber ein Blick von einem tollen Typen und wir sind total verunsichert. Wie kleine Mädchen.
Margret Köhler, 14.04.2004, 15:17
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