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Oscar-Hetze gegen "Avatar"
Der Publikumsrenner "Avatar - Aufbruch nach Pandora" und der Kriegsfilm "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" sind beide für je neun Oscars nominiert und gelten darüberhinaus als die beiden Hauptkonkurrenten um den begehrtesten Preis für den besten Film. Doch "Hurt Locker"-Produzent Nicolas Chartier war offenbar ein bisschen zu heiß auf den Goldjungen und hat die wichtigste Regel der Academy gebrochen: Die Jury darf bei ihrer Entscheidung nicht beeinflusst werden!
Doch Chartier hat allen Ernstes an einige der wahlberechtigten Mitglieder der weltweit wichtigsten Filmvereinigung E-Mails geschickt, in denen er darum bat, "Hurt Locker" auf Platz eins der zehn nominierten Beiträge für den besten Film zu wählen und "Avatar" auf den letzten Rang. Als die Empfänger sich daraufhin beschwerten, schickte Chartier sofort eine Entschuldigungs-Mail hinterher. Darin heißt es:
"Meine Naivität, Unkenntnis der Regeln und schlichte Dummheit als erstmalig Nominierter sind keine Entschuldigung für mein Verhalten und ich bereue dies zutiefst. Für einen Academy Award nominiert zu sein, ist die größtmögliche Ehrung und ich hätte mir die Zeit nehmen sollen, die Regeln zu lesen."
Bahn frei für den "Avatar"-Durchmarsch?
Diese Selbsterkenntnis kommt aber womöglich zu spät. Die Academy hat angekündigt, dass sie nach Eintreffen aller Abstimmungszettel am Dienstag abend gegen den Produzenten von "The Hurt Locker" vorgehen werde. Nicolas Chartier wird entweder Redeverbot bei der Verleihung erhalten, ganz von der Gala ausgeladen werden oder im schlimmsten Fall wird sein Film komplett in allen Kategorien aus dem Oscar-Rennen genommen.
Letzteres wäre allerdings noch nicht einmal im Sinne von Konkurrent James Cameron, der pikanterweise der Ex-Mann von "Hurt Locker"-Regisseurin Kathryn Bigelow ist. Der "Titanic"-Macher meinte, er habe schon genug Oscars gewonnen und gönne Bigelow den Regiepreis von Herzen, während er seinem Team als Anerkennung für deren großartige Arbeit an "Avatar" den Oscar für den besten Film wünsche.
James Cameron ist in Gedanken ohnehin schon einen Schritt weiter: Er äußerte sich jetzt erstmals zum Titel der geplanten "Avatar"-Fortsetzung: "Der Film wird sicher nicht 'Avatar 2' heißen, denn Jake ist ja kein Avatar mehr, sondern ein echter Pandoraner. Vielleicht nennen wir die Fortsetzung deshalb 'Na'vi'."
sun, Los Angeles, 02.03.2010, 12:58
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