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Schatten der Vergangenheit

Polanski: Knast statt Oscar

Die Spekulationen haben ein Ende: Roman Polanski darf definitiv nicht zur 75. Oscar-Verleihung in die USA einreisen.

Die goldene Palme konnte Polanski noch als freier Mann entgegennehmen...

Die goldene Palme konnte Polanski noch als freier Mann entgegennehmen...

Sollte er es dennoch tun, wird das Empfangskomitee am Flughafen aus einem Trupp Beamten bestehen. Und die schwarz gekleideten Officers werden statt mit einem Blumenstrauß mit Handschellen winken.

Der Grund: Polanski hat 1977 im Haus von Enfant Terrible Jack Nicholson die damals 13-jährige Samantha Geimer vergewaltigt. Polanski bekannte sich damals schuldig. Doch statt nach einer rechtkräftigen Verurteilung die Gefängnisstrafe anzutreten, floh er aus den USA.

Der Pole ist für sein engagiertes Drama "Der Pianist" für sage und schreibe 7 Oscars nominiert, darunter in den wichtigen Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller und eben Beste Regie - eine große Ehre, gerade für einen Film aus dem Ausland.

Polanskis Hoffnung, seine Goldjungen vielleicht doch persönlich abholen zu können, gründet sich auf zwei weibliche Fürsprecherinnen. Eine davon ist Samantha Geimer selbst: Sie hatte 1997, also 20 Jahre nach der Tat, im Fernsehen gesagt, dass sie Polanski vergebe und sich wünsche, dass er wieder einreisen dürfe.

Die zweite Bürgin ist Kollegin Sigourney Weaver. Sie forderte die Exekutive auf, bei einem derart großartigen Künstler ein Auge zuzudrücken und den Veteranen doch bitte seinen Oscar abholen zu lassen.

Doch die Staatsanwaltschaft in Los Angeles brachte das Kartenhaus von Roman Polanskis Träumen jäh zum Einsturz: "Der Mann wird sofort verhaftet, wenn er einreist", heißt es dort resolut.

» Zum Oscar-Special

14.02.2003, 00:03
 
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