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Flop-Stars

Prügel für Scarlett & Ewan wegen "Die Insel"

Sie schienen ein Dreamteam zu sein.

Scarlett Johansson und Ewan McGregor: Als Klone zu blass? (Foto: Warner) Großansicht

Scarlett Johansson und Ewan McGregor: Als Klone zu blass? (Foto: Warner)

Ewan McGregor, profilierter Top-Schauspieler und Frauenschwarm aus Kaledonien, und Scarlett Johansson, seit "Lost in Translation" Nummer eins auf der Wunschliste aller Filmemacher für die Rolle der betörenden jungen Lady - mit diesem Duo hofften die Macher von "Die Insel" das Publikum scharenweise ins Kino zu locken. Dazu klang die Handlung um zwei Menschen, die herausfinden, dass sie nur geklonte Ersatzteillager sind, nach intelligenter Science-Fiction.

Doch an der Kinokasse fiel das aufwändige Werk gnadenlos durch. In Deutschland wollten am Startwochenende nur 300.000 Menschen Ewan und Scarlett beim Kampf um ihr Lebensrecht sehen, in den USA hat der Film seit 22. Juli gerade mal 30 Millionen Dollar eingespielt - bei einem Budget von 110 Millionen Dollar ein finanzielles Desaster.

Schlimmer als Marienhof

Doch das Produzenten-Ehepaar Walter und Laurie Parkes hat die Schuldigen bereits gefunden und jetzt auf ihrer Web-Seite wortgewaltig angeschwärzt. Als "halbherzig" wird die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller dort kritisiert. Vor allem an Scarlett lassen die beiden kein gutes Haar: "Jede zweitklassige Fernsehschauspielerin hätte das besser gemacht und mehr Nähe zum Publikum aufgebaut."

Kritiker sehen den Schwarzen Peter dagegen eher bei Regisseur Michael Bay. Der Schöpfer von Popcorn-Kino wie "Armageddon" und "Bad Boys II" gilt nicht eben als Spezialist fürs Feinsinnige und Hintergründige. Auch "Die Insel" wirkt streckenweise wie die zelluloidgewordene Fantasie eines Zerstörungssüchtigen, bei der Spektakel mehr zählt denn eine gute Story und präzise Charakterzeichnung. So haben die gemeinhin als exzellente Darsteller geltenden Johansson und McGregor vor lauter Effekthascherei schlicht wenig Raum für eindringliches Spiel.

Ein Angriff gegen die eigenen Schauspieler seitens der Produzenten gilt jedenfalls als extrem schlechter Stil und kommt bei Walter Parkes ziemlich überraschend. Denn der hat bereits mit Megastars wie Tom Cruise ("Minority Report"), Russell Crowe ("Gladiator") und Tom Hanks ("Catch Me If You Can") gearbeitet - dabei allerdings nie eine derart kesse Lippe riskiert.

sun, Los Angeles, 12.08.2005, 15:21
 
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